Offenes Singen bei Westfalia Valbert

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Den musikalischen Auftakt gestalteten die „Geburtstagskinder“ mit dem Shanty „Lieder so schön wie der Norden“, auch „Die Rose“ fand begeisterten Beifall. ▪

VALBERT ▪ Man schreibt das Jahr 1901 als Marlene Dietrich in Schönberg zur Welt kommt. Im gleichen Jahr wird in Wuppertal die Schwebebahn eröffnet, Thomas Manns Gesellschaftsroman Buddenbrooks sorgt für Furore und in London meldet der Ingenieur Hubert Cecil Booth den ersten Staubsauger zum Patent an.

Im Ebbedorf beschließen mehrere Sangesfreunde, einen Chor zu Gründen: Es ist die Geburtsstunde des Chors Westfalia Valbert. 110 Jahre Zusammenhalt, Gesang und Geselligkeit wurden am Samstag gebührend gefeiert. Den idealen Rahmen hierfür bot das traditionelle „Offene Singen“ im Feuerwehrgerätehaus an der Ihnestraße. Rund 150 Besucher ließen sich von der Begeisterung für die Musik anstecken und erlebten ein besonders vielseitiges Programm.

„Ein gutes Lied aus vollem Menschenherzen, hat eine stille wunderbare Kraft,“ zitierte Ortsvorsteher Fred Oehm als Schirmherr der Veranstaltung den Dichter Theodor Körner. Er überbrachte neben Glückwünschen eine Ehrengabe der Stadt. Dass nicht jeder das Zeug zum Sänger hat, habe er am eigenen Leibe erfahren müssen, erzählte der Ortsvorsteher. Seine Mitgliedschaft im Chor Westfalia Valbert währte gerade mal eine Probenstunde lang. Damals war Oehm 18 Jahre alt und sein Vater hatte ihn bei den Sangesfreunden angemeldet.

Die anfängliche Freude des Chorleiters Killing über den Neuzugang schlug jedoch schnell in Resignation um. „Von der Musikalität deines Vaters hast du leider nichts mitbekommen“, stellte er fest. So endete die Chormitgliedschaft noch am gleichen Tag. „Natürlich singe ich auch gleich mit“ so Oehm abschließend, „ – aber ganz leise.“ Auch Dieter Fester vom Chor Westfalia Valbert hieß die große Gästeschar willkommen und versprach ein „Kaleidoskop der Sinne“ – eine gelungene Mischung aus Musik, kulinarischen Genüssen und visueller Unterhaltung.

Als interessante Untermalung wurden während der Veranstaltung historische Fotos aus Valbert an die Wand projiziert. Der Vorsitzende des Heimatvereins Meinerzhagen Christian Voswinkel hatte die Diashow vorbereitet. Den musikalischen Auftakt gestalteten die „Geburtstagskinder“ mit dem Shanty „Lieder so schön wie der Norden“, auch „Die Rose“ fand begeisterten Beifall.

Es folgten stimmungsvolle Auftritte der Tastenband „Groove“ der Musikschule, sowie des heimischen Ensembles „Valberta Musica“, das mit einem flotten Charleston ins Programm einstieg und an diesem Nachmittag von Sängerin Verena Schanzenberger unterstützt wurde.

Ein echter Genuss war auch der Auftritt des jungen Trompeters Marc Hewitt, der zur Keyboardbegleitung seiner Mutter Astrid Höller-Hewitt zunächst „The Blue Bells Of Scotland“, einen Marsch und den Ragtime „Be happy“ spielte. Natürlich waren beim “Offenen Singen” auch die Besucher gefragt. Sie stimmten bekannte Volkslieder wie “Das Wandern ist des Müllers Lust” oder “Hoch auf dem gelben Wagen” an. ▪ ps

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