KIG Olpe übernimmt von der Awo

Offener Ganztag in neuen Händen

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Wichtiger Bestandteil des Ganztagsangebots ist das gemeinsame Essen. Die KIG bezieht ihr Essen vom Dienstleister „appetito“.

Meinerzhagen - Die Awo als langjähriger Träger der Offenen Ganztagsschule (OGS) in Meinerzhagen hat sich von dieser Aufgabe verabschiedet. Unter den von der Stadt vorgegebenen Rahmenbedingungen könne man die Arbeit nicht fortführen, hieß es. Jetzt ist ein Nachfolger gefunden.

Wie die Stadt Meinerzhagen mitteilt, übernimmt die Olper „KIG Kinder im Ganztag GmbH“ als neuer Träger die Betreuung der Grundschulkinder für die Bereiche OGS und Kids Club. Zuständig ist KIG damit mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 für die OGS-Angebote an den Grundschulen Auf der Wahr, Kohlberg und Ebbeschule.

„Den Zuschlag erhielt die Einrichtung in einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren nach eingehender Prüfung, und in der vergangenen Woche wurden die Verträge unterschrieben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. 

Bürgermeister Jan Nesselrath wird dazu bei der Vertragsunterzeichnung wie folgt zitiert: „Wir haben einen erfahrenen regionalen Träger gewonnen, der sich ganz auf die pädagogische Arbeit mit Grundschülerinnen und Grundschülern spezialisiert hat.“ KIG habe sich mit ihrem Angebot „einen hervorragenden Ruf“ erworben habe und man freue sich auf eine „verlässliche und gute Partnerschaft ganz im Sinne der Kinder und Eltern“. 

"Wir finden beste Voraussetzungen vor"

Henning Peuters ist Geschäftsführer der KIG. „Wir freuen uns sehr, dass wir auch in Meinerzhagen arbeiten können. Die Stadt liegt nicht weit von Olpe entfernt, wir sind also ein regionaler Träger. In Meinerzhagen finden wir beste Voraussetzungen vor. Und dass wir die gesamte Trägerschaft in der Stadt übernehmen können, ist positiv. So ist das alles in einer Hand gebündelt. Das entspricht auch unserem Credo“, sagte Peters im Gespräch mit der MZ. 

Die KIG biete bereits ähnliche Betreuungsleistungen in den Städten Attendorn, Wenden, Drolshagen uns Olpe an. „Im kommenden Schuljahr kommen neben Meinerzhagen auch noch die Kommunen Finnentrop und Lennestadt hinzu“, erläutert er. 

Chancen für Weiterbeschäftigung der Awo-Mitarbeiter

Nach der Vertragsunterzeichnung sollen jetzt laut Peters Gespräche mit dem bisher an den Meinerzhagener OGS-Standorten tätigen Personal geführt werden. Die Mitarbeiter hätten grundsätzlich sehr gute Chancen, auch für KIG zu arbeiten. Man habe diesbezüglich eine Abfrage gestartet. „Ich gehe davon aus, dass die meisten Mitarbeiter übernommen werden. Das haben wir in ähnlichen Fällen auch so gehalten, denn dieses erfahrene Personal hat sich bewährt.“ 

Und was sind die Ziele, die sich Peuters mit KIG in der Volmestadt gesetzt hat? Als Spezialist für Ganztageseinrichtungen gestalte die KIG ein Angebot, das Lernen mit konkreten Erfahrungsmöglichkeiten verknüpfe, teilt die Stadt mit.

„Unter dem Motto ,Lernen, Leben und Lachen’ liegen dabei die Schwerpunkte auf der persönlichen Entwicklung jedes Kindes, auf der Vermittlung von Werten für ein respektvolles Miteinander sowie auf einem ganzheitlichen Bildungsansatz zur Förderung der individuellen Kompetenzen“, heißt es weiter. 

Das Ende einer langen Debatte

Die Awo als bisheriger Träger des Offenen Ganztags, hatte Ende Januar bekannt gegeben, an der Ausschreibung der Stadt für das kommende Schuljahr nicht teilnehmen zu wollen. Bei der Überprüfung der Ausschreibung sei die Geschäftsführung des Unterbezirks zu dem Ergebnis gekommen, dass diese dem Anspruch der Awo – mit Blick auf Umfang und Qualität der Betreuung – nicht entspreche. 

„Die hinterlegten Personalschlüssel und Qualifikationen liegen unter den pädagogischen Mindeststandards der Arbeiterwohlfahrt“, hieß es damals in einer Pressemitteilung, die Awo-Unterbezirks-Geschäftsführerin Birgit Buchholz und ihr Stellvertreter Johannes Anft unterzeichnet hatten. Auch die in der Ausschreibung angebotene Finanzierung sei „nicht auskömmlich“. 

Zuvor hatte es in den Ausschüssen sowie in der Ratssitzung am 2. Dezember 2019 eine teils hitzige Debatte um die künftige Ausrichtung des Ganztags gegeben, nachdem ein Arbeitskreis sich mit den Details der Ausschreibung beschäftigt hatte.

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