Tag des offenen Denkmals an der Knochenmühle

VALBERT ▪ Hochbetrieb an der Knochenmühle. Leckeres und Lehrreiches gab es zum Tag des offenen Denkmals in Mühlhofe.

Ganze Heerscharen nutzten den Tag des offenen Denkmals, um sich am Sonntag an der Knochenmühle in Mühlhofe zu verköstigen. Von honigsüß bis buchenholzrauchig zog sich eine Duftspur durch's Gelände; Reibekuchen, Waffeln, Grillsteaks und eine üppig bestückte Kuchentheke komplettierten die Angebote entlang der Schlemmermeile. Wassermassen hielten das Mühlrad samt Knochen-stampfern in Gang, Trecker- und Motorrad-Oldies weckten das Interesse von Technikfreaks, und eine Blaupunkt-Bienenkönigin hielt im Vorzeige-Stock die Werbeabteilung ihres Volkes bei Laune.

An der Wäscheleine von Gunda Hornbruch und Hannelore Keymer flatterte Uromas mit Spitzenborte verzierte Unterwäsche im Wind. Gerätschaften wie Zinkwanne, Waschbrett oder Wringer-Mangel vermittelten einen Eindruck von der harten Arbeit früherer Waschtage. Bei Sieglinde Turk und Edith Feldhoff rollten Köpfe; von Hand gehobelt, kam der Kohl sogleich in den großen Steinguttopf, wo er nun zu gesundem Sauerkraut vergärt.

Edelgard von Hagen mühte sich an einer aufgrund langer Trockenlagerung undichten Butterkirne. Der Roheisengewinnung widmete sich Pastor Ludwig Opahle von der hiesigen katholischen Kirchengemeinde. Der Geistliche, der in einem früheren Berufsleben gelernter Werkzeugmacher war, entfachte in einem Erdloch ein „Höllenfeuer“ mit Gluttemperaturen um 1400 Grad. Dabei erwies sich ein alter Staubsauger im Umkehrprinzip als wirkungsvoller Blasebalg. Aufmerksame Beobachter konnten dem Seelsorger sogar beim „Koksen“ zusehen. Schichten von Altmetall zwischen der Weißglut des Kokses sollten letztlich zum Schmelzen gebracht und als Roheisenklumpen präsentiert werden. Eisenverhüttung en miniature und russgeschwärzte Geschichte. ▪ As

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