Awo-Beratungsstelle präsentiert ihre neuen Räume

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Zeitgleich zum Weihnachtsmarkt öffnet am Samstag auch die Awo-Beratungsstelle am neuen Standort Prumbomweg 3 ihre Pforten. Das Team mit (von links) Songül Latifaj-Cicek, Sonja Höller, Petra Bauer, Jochen Becker, Hilde Schramm (Sekretariat) und Susanne Bisterfeld freut sich auf viele Besucher.

MEINERZHAGEN - Das Team der Awo-Familienberatungsstelle lädt alle Interessierten für kommenden Samstag, 7. Dezember, zeitgleich zum Weihnachtsmarkt an der Jesus-Christus-Kirche, zu einem Besuch der neuen, einladend gestalteten Räume am Prumbomweg 3 ein, die die Mitarbeiter Anfang November bezogen haben.

Von Petra Schüller

„Wir freuen uns über jeden, der einfach mal vorbeischauen und sich die Einrichtung ansehen möchte“, hofft die Leiterin der Einrichtung, Susanne Bisterfeld, auf regen Zuspruch. Die Mitarbeiter sind zwischen 11 und 18 Uhr vor Ort und empfangen die Besucher mit Kaffee, Plätzchen oder Kinderpunsch.

Die Gäste haben dann auch Gelegenheit, die neue Mitarbeiterin Songül Latifaj-Cicek kennen zu lernen. „Wir waren auch deshalb sehr froh über ihre Bewerbung, weil sie türkische Wurzeln hat und unser Team daher optimal ergänzt“, erklärte Bisterfeld am Dienstag beim Pressetermin. Latifaj-Cicek bringt 14 Jahre Berufserfahrung in der Jugendhilfe mit und wird 20 Stunden im Monat als systemische Beraterin in der Meinerzhagener Beratungsstelle arbeiten. Hier steht sie vor allem türkischstämmigen Familien für Gespräche zur Verfügung. Zudem arbeitet sie weiterhin im Haus St. Josef, einem Heim für Kinder und Jugendliche in Lüdenscheid, in dem sie seit vielen Jahren tätig ist. In den vergangenen Jahren habe sich eine erfreuliche Entwicklung abgezeichnet, sagt Bisterfeld. „Es ist uns gelungen, die Hemmschwelle der Menschen mit Migrationshintergrund für einen Besuch unserer Einrichtung zu senken“, ist sie froh. „Auch diese Familien nehmen unsere Angebote immer häufiger in Anspruch.“

Da die Verständigung gelegentlich Probleme bereite, sei sie froh, mit Songül Latifaj-Cicek jetzt auch Beratungen in türkischer Sprache anbieten zu können. Noch wichtiger sei aber der Umstand, dass die junge Kollegin den kulturellen Hintergrund der türkischstämmigen Besucher kenne und sich gut in ihre Situation einfühlen könne. „Ich möchte in den Gesprächen gerne eine Gefühl dafür vermitteln, dass es kein Widerspruch sein muss, eigene Traditionen zu pflegen und sich dennoch den Werten gegenüber zu öffnen, die die deutsche Kultur prägen“, beschreibt Songül Latifaj-Cicek ihr Anliegen. Als Mutter einer zwölfjährigen Tochter und eines achtjährigen Sohns kennt sie auch die Erziehungsprobleme, die das Leben zwischen zwei Kulturen mit sich bringen kann. „Wir sind doch Muslime, oder?“ Mit dieser Frage habe ihr Sohn sie neulich überrascht. Als sie bejahte, fragte er neugierig: „Warum behandelst du uns dann nicht so?“ Als sie ihm erklärte, dass sie zwar einen Weihnachtsbaum aufgestellt habe, diesen aber nicht als religiöses Symbol, sondern als festlichen Schmuck verstehe, war die Welt des Achtjährigen wieder in Ordnung.

Das Team der Awo-Beratungsstelle hilft bei der Lösung von Konflikten in familiären, erzieherischen, schulischen und partnerschaftlichen Bereichen und in allen Fragen der Lebensbewältigung. „Unser Angebot ist kostenlos und freiwillig“, nennt Susanne Bisterfeld zwei wichtige Aspekte. “Und selbstverständlich wird jedes Gespräch vertraulich behandelt.“ Sie ermutigt zudem dazu, auch dann den Kontakt zur Beratungsstelle zu suchen, wenn die Konflikte noch nicht unlösbar scheinen. „Wir wissen, dass manche Menschen der Ansicht sind, sie könnten nur mit gravierenden Problemen zu uns kommen“, erzählt sie. „Diese Sorge können wir den Betroffenen nehmen. Wer sich beraten lassen will, ist bei uns willkommen.“

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