Alarmierende Statistik

Oberes Volmetal: Polizei sagt Einbrechern Kampf an

+

MEINERZHAGEN - Sie kommen oft im Schutze der Dunkelheit, und gerade die dunkle Jahreszeit ist ihre Hochsaison. Gemeint sind damit Einbrecher, die in den letzten Wochen vermehrt Wohnungen und Betriebe auch im oberen Volmetal heimsuchen. Jetzt ist die Polizei am Zug.

Dabei verursachen die Einbrecher neben materiellen Schäden oft auch psychische Folgen bei den Betroffenen. Die auch für Einbrecher strategisch günstige Lage der beiden Städte Meinerzhagen und Kierspe mit direktem Zugang zur A45 animiert zusätzlich zur „Schnellen Nummer“, einen Einbruch zu verüben und schnell wieder weg zu sein. Hausbesitzer und Bewohner von Mietwohnungen machen es Einbrechern aber oft auch leicht. Auf Kippe stehende Fenster sind eine Einladung für Diebe.

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis unterscheidet zwei Arten von Einbruch-Diebstahl-Tätern: „Es sind entweder die Gelegenheitsdiebe, die irgendwo einbrechen und Gegenstände entwenden, die leicht zu transportieren sind., oder es sind organisierte Banden, die sich besonders auf Metalldiebstähle spezialisiert haben. Dahinter steht dann eine ausgefeilte Logistik denn das Diebesgut muss wieder weiterverarbeitet werden und an den Mann gebracht werden.“

Die Statistik für das obere Volmetal ist alarmierend: Waren es im Jahr 2010 in Meinerzhagen 40 Einbrüche, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr bereits auf 48 an. Bis zum dritten Quartal 2012 verzeichnete die Polizei bereits 62 Einbrüche, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt die dunkle Jahreszeit noch nicht einmal angefangen hat. In Kierspe sieht es nicht anders aus. 2010 musste die Polizei 21 Einbruchdiebstähle aufnehmen, 2011 waren es bereits 32 und bis Ende des dritten Quartals 2012 waren es schon 43 Einbrüche, In wie weit die EU-Osterweiterung für einen Anstieg der Zahlen verantwortlich ist, wollte die Polizei nicht kommentieren.

Die Polizei Meinerzhagen hat den Einbrechern jetzt den Kampf angesagt und will der zunehmenden Zahl der Wohnungseinbrüche auf zwei Wegen entgegen wirken. Zum Einen sollen verstärkte Personen-und Fahrzeugkontrollen Straftäter abhalten und zum Anderen sind die Beamten der Meinerzhagener Wache jetzt verstärkt auf Streife um auch mögliche Schwachpunkte in Sachen Eigentumssicherung aufzuspüren.

Wachleiter Michael Stumpe und Einsatzleiter Andre Ohle erklärten jetzt im Gespräch mit der MZ das „Zwei Säulen-Programm“. „Mit Kontrollen insbesondere am Autobahnzubringer wollen wir zum einen mögliche Einbrecher finden aber auch abschrecken damit sich herumspricht, dass hier kontrolliert wird,“ erklärte Michael Stumpe.

Der Bezirksdienst, aber auch die reguläre Streife wird vermehrt in Wohngebieten unterwegs sein und ein waches Auge auf ungewöhnliche Situationen, sprich fremde Kennzeichen, auffällige Personen, aber auch schlecht gesicherte Wohnungen werfen. In diesem Falle hat die Polizei Handzettel vorbereitet, die Bewohnern entweder direkt an der Haustür übergeben werden, oder, wenn die nicht zu Hause sind, durch den Fensterschlitz eingeworfen werden. Einen ersten Erfolg konnte die Meinerzhagener Polizei bereits in dieser Woche verzeichnen.

Im Rahmen der Streife beobachte Andre Ohle Einbrecher in einem Getränkemarkt an der Fröbelstraße. Während ein Täter vor der Polizei flüchten konnte, wurde ein weiterer Täter vor Ort festgenommen. „Er war uns von anderen Straftaten bereits bekannt“, erklärte Michael Stumpe. Der Wachleiter bittet natürlich auch die Bevölkerung um Mithilfe, wenn ungewöhnliche Vorkommnisse wahrgenommen werden.

Thomas van de Wall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare