Türkischer Nationalspieler Vorbild für Integration

Nuri Sahin: Wer nicht deutsch spricht, zahlt fünf Euro - in die Mannschaftskasse

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Gelungenes Beispiel für Integration: Der 31-jährige Nationalspieler der Türkei, Nuri Sahin (hier bei der Euro 2016), setzt sich dafür ein, dass auf dem Fußballplatz seiner Mannschaft RSV Meinerzhagen deutsch gesprochen wird. 

Im Meinerzhagener Stadion, wo seine Karriere begann, schwärmte Profi-Fußballer Nuri Sahin (31) vom RSV, dessen Potenzial sowie die Themen Nachwuchsarbeit und Integration. Er sprach sich dafür aus, auf dem Platz deutsch zu sprechen. 

  • Im Vorfeld der Kommunalwahl haben CDU-Politiker den RSV Meinerzhagen besucht.
  • Landtagsabgeordneter und Landratskandidat Marco Voge wurde von NRW-Staatssekretärin Serap Güler begleitet.
  • Ihnen und Bürgermeister Jan Nesselrath berichteten der RSV-Vorstand und Nuri Sahin über die Vereinsarbeit.

Meinerzhagen – Über die Jugendarbeit, die Entwicklung beim RSV Meinerzhagen und das Thema Integration berichtete Fußballprofi Nuri Sahin am Mittwoch (22. Juli) nicht nur CDU-Landratskandidat Marco Voge, der den Verein im Rahmen seiner "Sommertour" besuchte.

Person

Nuri Sahin

Beruf

Profifußballer

Alter

31 (*5.9.1988 in Lüdenscheid)

Verein

SV Werder Bremen

vorherige Stationen

Bor. Dortmund, Feyenoord Rotterdam, Real Madrid, FC Liverpool

erste Karrierestation

RSV Meinerzhagen

Ebenfalls mit von der Partie waren Serap Güler (Mitglied des CDU-Bundesvorstandes, NRW-Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration) sowie Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath. Von RSV-Seite war die Vorstandsriege um Dirk Rebein dabei.

Für die Integration von Nuri Sahin war die Zeit beim RSV Meinerzhagen ein wichtiger Baustein. "Mein Deutsch wurde auch durch das Training besser. Der Mannschaftssport fängt einen auf, der Teamgedanke prägt einen", erklärte Sahin, der auch auf seinen Auslandsstationen in Madrid und Liverpool stets schnell die Sprache lernte, um den Anschluss zu finden.

Seiner Verbundenheit zu seiner Heimatstadt verleiht der Profifußballer seit Jahren mit seinem Engagement besonderen Ausdruck. Der sportliche Trend geht bei der ersten Seniorenmannschaft seit Jahren bergauf. Der Profifußballer ist ohne Frage Kopf dieser positiven sportlichen Entwicklung

Jugendarbeit soll zur Integration beitragen

Für den 52-fachen türkischen Nationalspieler gibt es mehrere Gründe, wieso er sich für seinen Heimatverein so stark macht und einsetzt: "Meine Arbeit wird wertgeschätzt, deswegen bin ich auch mit so viel Herzblut bei der Sache. Wir wachsen sehr gesund und haben aus sportlicher Sicht noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht."

Nuri Sahin im Trikot des SV Werder Bremen gegen den FC Schalke 04.

Vor allen Dingen ist es die Stadt, die dem gebürtigen Lüdenscheider am Herzen liegt: "Wenn ich hier bin, bin ich glücklich. In anderen Städten bin ich der Fußballer, aber hier bin ich Nuri." 

Nicht nur der Erfolg der ersten Mannschaft als Aushängeschild liegt dem mittlerweile in Herdecke lebenden Fußballer am Herzen. In Sachen Jugendarbeit sieht der 31-Jährige noch Verbesserungsbedarf. Ziel sei es, dass alle Jugendtrainer über eine Trainerlizenz verfügen, um die Kinder noch besser auszubilden, so Sahin. 

Aber nicht nur die fußballerische Ausbildung sei in der Arbeit mit den Nachwuchskickern wichtig. Sie soll auch zur gelungenen Integration beitragen, wie es bereits bei ihm selbst gelang. 

Große Runde im Stadion an der Oststraße: Alessandro Heep, Serap Güler, Götz Ander, Dirk Rebein, Jan Nesselrath, Nuri Sahin, Andreas Schulte und Marco Voge.

Ein zentraler Punkt beim RSV Meinerzhagen ist dabei die deutsche Sprache. Auf dem Fußballplatz sei nur deutsch als Sprache erlaubt, so Sahin. Dies gelte auch bei der ersten Mannschaft. Wenn sich ein Spieler nicht an diese Regel hält, werden fünf Euro für die Mannschaftskasse fällig. 

Sahin als Vorbild für die Jugendfußballer

RSV-Vorsitzender Dirk Rebein informierte die politischen Gäste über die sportliche Entwicklung, die der RSV in den vergangenen Jahren genommen hat und sie in die fünfthöchste Spielklasse führte.

Auch infrastrukturell geht es beim RSV voran, die Bauarbeiten an einer neuen Tribüne mit Überdachung sind in vollem Gange, sodass auch die Auflagen für Spiele in der viertklassigen Regionalliga erfüllt wären. 

Zudem wurde der Kunstrasenplatz im Mai ausgebessert, für des alte Granulat wurde Sand eingesetzt. Die bisherigen Platzverhältnisse hätten dem Team laut Sahin "bis zu zehn Punkte gekostet", da der Ball nicht richtig lief und gegen tiefstehende Gegner kein Tempo aufgebaut werden konnte. 

Großes Lob erhielten der Verein und insbesondere Nuri Sahin von Serap Güler, die das Engagement des Profis hervorhob. "Für die Kinder sind Vorbilder wichtig. Und bei dir können sie sagen, dass einer von ihnen es geschafft hat", richtete sie ihre Worte direkt an den früheren Dortmunder.

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