Gegen rasende Motorradfahrer

Maßnahmen umgesetzt: "Applauskurve" an der Nordhelle deutlich entschärft  

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Zwar ist noch ausreichende Fahrbahnbreite für Fahrzeuge vorhanden, die „Schmalspur“ sorgt aber für Temporeduzierung.

Valbert - Die „Ideallinie“ ist auf der Landstraße 707 an der Nordhelle erstmal passé.

Vor gut drei Monaten gab der Märkische Kreis das Maßnahmenpaket bekannt. In der vergangenen Woche wurde es mit der Anbringung der Maibachschwellen mit Leitfahnen, welche das Befahren der Ideallinie in der sogenannten „Applauskurve“ erschweren sollen, abschließend umgesetzt.

„Mit diesem letzten Schritt ist aus unserer Sicht das Mögliche und im Sinne der anderen Verkehrsteilnehmer Vertretbare getan worden. Der Erfolg wird aber letztendlich von der Vernunft und Einsicht der Kradfahrer abhängen“, so Roland Wachtmeister vom Märkischen Kreis auf Anfrage unserer Redaktion.

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Rückblick: Auslöser waren in der Vergangenheit der Lärm, aber auch die zum Teil recht kritischen Situationen, welche durch Motorradfahrer auf der L 707 und der Kreisstraße 3 entstanden. 

Um dem Problem grundsätzlich auf den Grund zu gehen und um auf einer möglichst breiten Informationsbasis entscheiden zu können, wurde der Arbeitskreis „Motorradlärm“ gegründet. In ihm berieten die Vertreter der Polizei, der betroffenen Städte und Gemeinden sowie von der Straßenverkehrsbehörde des Märkischen Kreises die Sachlage. 

Auch Vertreter der Motorradverbände Biker Union und Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) waren mit eingebunden. Als Ergebnis lag am Ende besagtes Maßnahmenpaket vor.

Dieses beinhaltet neben den jetzt installierten Maibachschwellen unter anderem die Sperrung des Parkplatzes an der „Applauskurve“ für Motorradfahrer und die Einrichtung eines absoluten Halteverbotes auf den Seitenstreifen in diesem Bereich.

Des Weiteren will die Polizei mit der Aktion „Kaffee statt Knöllchen“ die Motorradfahrer auf der Nordhelle informieren und zu einer verantwortungsvollen Fahrweise animieren, aber ebenso bei Manipulationen am Motorrad und Geschwindigkeitsüberschreitungen entsprechende Sanktionen verhängen.

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Eine generelle Sperrung der Strecke über die Nordhelle und die K3 für Motorräder hatte der Arbeitskreis aus verschiedenen Gründen verworfen. 

Dabei spielte die Erkenntnis eine Rolle, dass die örtlichen Verhältnisse keine konkreten Gefahren- beziehungsweise Unfalllagen aufweisen, die so erheblich von vergleichbaren Straßen im Kreisgebiet abweichen, dass die Benutzung beschränkt oder verboten werden müsste. Ein Argument, welches dem Vernehmen nach von den Vertretern von Straßen.NRW mit dem Hinweis, dass daher eine Sperrung „nur“ zu einer Verlagerung des Problems führen würde, zusätzlich bekräftigt wurde.

Inwieweit die Lärmproblematik zukünftig eine Rolle für die Nutzung der L 707 durch Motorräder spielen dürfte, hängt sicherlich davon ab, was bei der Überarbeitung der „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen“ herauskommt.

Das Ergebnis soll dann voraussichtlich im Herbst dieses Jahres veröffentlicht werden.

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