Nach Corona-Lockdown

Schleppender Neustart: Heimische Einzelhändler hoffen auf mehr Kundschaft

+
Marc Engstfeld betreibt an der Kölner Straße 78 in Kierspe das Geschäft Sport Engstfeld. Ab Ende des Monats setzt er auch auf einen Webshop.

Meinerzhagen/Kierspe – Noch ziemlich verhalten fällt eine erste Zwischenbilanz verschiedener lokaler Einzelhändler aus, die nach entsprechenden einzelnen Lockerungen der Corona-Regelungen in Nordrhein-Westfalen ihre Geschäfte vor gut eineinhalb Wochen wieder öffnen konnten.

Der Verkauf von Waren laufe eher langsam an, bisher kämen recht wenige Kunden in die Läden, so der Tenor.

„Es ist schleppend“, fasst es Anke Sinderhauf zusammen, die in der Meinerzhagener Fußgängerzone am Standort Zur Alten Post 3 das Geschäft „Kreative Handarbeiten“ betreibt. Sie habe die Befürchtung, dass sich das Kaufverhalten der Menschen in den Zeiten der Kontaktsperre wegen Corona stark ins Internet verlagert habe. Das Kundenaufkommen in ihrem Ladenlokal sei derzeit unterschiedlich: „Es gibt Tage, an denen es besser läuft. Aber es gibt auch Tage, an denen es sehr ruhig ist“, sagt Anke Sinderhauf.

Aufgrund der Corona-Vorschriften in Sachen Hygiene und Abstand dürfen sich in ihrem Geschäft maximal zwei Personen aufhalten. Kommt ein weiterer Kunde vorbei, so muss dieser draußen warten, bis einer den Laden wieder verlassen hat. Und hierbei sei es leider schon vorgekommen, dass es etwas an der nötigen Rücksicht fehle. So habe sie schon mal Kunden, die sich recht lange im Ladenlokal aufhielten, darauf hinweisen müssen, dass draußen jemand schon seit geraumer Zeit warte, berichtet Anke Sinderhauf.

Hoffnungen setzt die Meinerzhagener Einzelhändlerin auch auf ihren Sonderverkauf von Restbeständen, für den sie eigens einen zusätzlichen Geschäftsraum direkt nebenan temporär angemietet hat. Für Werbung für diesen Sonderverkauf hatte sie noch in der Zeit vor der Corona-Krise 500 Euro ausgegeben. „Dann kam Corona und die 500 Euro waren weg.“ Doch nachdem sie ihren Laden in der vergangenen Woche wieder öffnen konnte, kann damit nun auch der Sonderverkauf nachgeholt werden.

Anke Sinderhauf betreibt in der Meinerzhagener Fußgängerzone am Standort Zur Alten Post 3 das Geschäft „Kreative Handarbeiten“.

Darüber hinaus wird sich Anke Sinderhauf schon bald komplett auf ihr Geschäft in Meinerzhagen fokussieren. Denn ihre Filiale, die sie in Sundern betreibt, werde sie zum 1. Juli aufgeben. Grund hierfür sei aber nicht die Corona-Krise. Die Überlegungen, die Filiale in Sundern zu schließen, habe es schon vorher gegeben.

Nicole Klasen war mit ihrer Modeboutique Tragbar in Meinerzhagen zum 1. April von der Derschlager Straße 16 an die Hauptstraße 28-30 umgezogen. Doch mit der Öffnung musste sie aufgrund der Corona-Krise noch bis Anfang vergangener Woche warten – quasi erschwerte Bedingungen. „Es läuft leider schlecht an“, sagt sie. Man merke, dass die Menschen weniger Geld haben, viele seien ja nun in Kurzarbeit. „Man merkt, dass die Leute hin und wieder zum Schauen vorbeikommen. Aber gekauft wird noch wenig“, berichtet Nicole Klasen. Nicht zuletzt deshalb gibt es bei der Modeboutique Tragbar auch die Überlegung zusätzlich einen Webshop aufzubauen. Ein Starttermin für diesen ist aber noch offen.

Auf einen eigenen Webshop – zusätzlich zu seinem Geschäft Sport Engstfeld an der Kölner Straße 78 in Kierspe – will künftig auch der Kiersper Einzelhändler Marc Engstfeld setzen, und zwar ab Ende dieses Monats. Pläne für einen Onlineshop habe es zwar schon vor der Corona-Zeit gegeben, aber die Corona-Krise habe dann gezeigt, dass der Schritt hin zu einem solchen Webshop unumgänglich sei. „Das ist die Zukunft“, so Marc Engstfeld. Den Webshop werde Sport Engstfeld zusammen mit dem Sportartikelhersteller Jako ins Leben rufen. „Die komplette Produktpalette von Jako wird erhältlich sein“, kündigt Marc Engstfeld an.

Auch er musste sein Geschäft aufgrund der Corona-Krise bis Anfang vergangener Woche geschlossen halten. Das Kundenaufkommen sei dann nach dem Neustart auch erstmal sehr gering gewesen. „Aber in dieser Woche merkt man einen Anstieg. Ich glaube, dass es wieder aufwärts geht“, sagt der Volmetaler. Die Lockerungen der Corona-Regelungen würden sich bemerkbar machen. So gebe es beispielsweise wieder mehr Bedarf an Trainingskleidung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare