Evangelische Kindergärten bald im Trägerverbund

Auch der Kindergarten Hochstraße wird zum 1. August 2016 in den Trägerverbund „überführt“. - Foto: Beil

Meinerzhagen - Mit den Einrichtungen Otto-Fuchs-Straße, Hochstraße, Inselweg und Valbert gibt es in Meinerzhagen vier Kindergärten in evangelischer Trägerschaft. Jetzt haben die Presbyterien der beiden zuständigen Gemeinden jeweils einstimmig beschlossen, die Kitas ab 1. August 2016 in den „Trägerverbund der Tageseinrichtungen für Kinder im evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg“ zu überführen.

Was zunächst nach umfassenden Änderungen klinge, habe in der Praxis allerdings kaum Auswirkungen auf die Betroffenen, erläuterten die beiden Seelsorger Petra Handke und Peter Winterhoff und der Meinerzhagener Presbyteriumsvorsitzende Friedrich-Wilhelm Schnöring am Donnerstag in einem Pressegespräch. Winterhoff: „Es erfolgt ein nahtloser Übergang. Und auch wenn die etwa 35 Mitarbeiterinnen in allen Einrichtungen neue Verträge bekommen, bleibt für sie alles beim Alten.“ Das betreffe auch Details wie anzuerkennende Dienstjahre, Gehalt, Kündigungsfristen und Arbeitszeiten, informierten die Pfarrer weiter.

Und was ist der Grund für die „Überführung“ der vier Kitas mit ihren zurzeit gut 300 Kindern in den Zusammenschluss? „Solche Verbünde haben sich aufgrund der gesetzlichen Veränderungen im Kindergartenrecht, dem so genannten ,Kibiz’, geradezu als notwendig ergeben. Die gesetzlichen Vorgaben und immer wieder anstehende Kibiz-Revisionen verlangen ein hohes Maß an Sachkenntnis, kurze Entscheidungswege und viel Zeitaufwand – Dinge, die in traditioneller Weise von einzelnen Kirchengemeinden vor Ort mit engagierten Pfarrern, Pfarrerinnen und Presbytern kaum noch zu leisten sind“, erklärt Petra Handke.

Der Trägerverbund im heimischen Kirchenkreis besteht seit 2008. Ihm gehören überwiegend evangelische Kindertageseinrichtungen aus dem Lüdenscheider Stadtgebiet an. Meinerzhagen und Valbert schließen sich als oberes Volmetal nun an. „Und vermutlich werden in naher Zukunft noch weitere Kitas auch aus dem ländlichen Raum folgen“, vermuten die heimischen Pfarrer.

Sinn und Zweck der „Überführung“ ist es laut Kichengemeinden, Aufgaben wie Personaleinsatz, Finanzplanung und betriebswirtschaftliche Fragen an den Trägerverbund abzugeben. „Dabei muss sich niemand Sorgen machen, dass er innerhalb des Verbundes versetzt wird“, trat Schnöring Befürchtungen der Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen entgegen und fügte hinzu: „Aber es wird zum Beispiel eher möglich sein, jemanden auf eigenen Wunsch zu versetzen.“ Großen Wert legen die Pfarrer auf die Feststellung, dass die inhaltliche evangelische Zuordnung zur Gemeinde und zum Gemeindeleben bestehen bleibe. „Und für Mitarbeitende besteht Bestandsschutz, ihre Dienstrechte werden eins zu eins übertragen. Auch für Eltern und Kinder in den Einrichtungen verändert sich nichts. Ihre Ansprechpartner und Angebote vor Ort bleiben bestehen“, hieß es am Donnerstag. Und weiter: „Zuständig für konzeptionelle, religionspädagogische und seelsorgerische Aufgaben sowie das Qualitätsmanagement wie auch das Familienzentrum bleiben die Kirchengemeinden.“

Um die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen, sei der Anschluss an den Verbund nötig geworden. Damit habe man eine schnellere, professionellere und verschlankte Organisationsform gefunden, die den gesetzlichen Vorgaben auch in Zukunft Rechnung tragen werde, hieß es. „Wir als Pfarrer haben schließlich eine theologische Ausbildung – und das Aufstellen von Haushaltsplänen ist sehr kompliziert“, fügte Petra Handke an. Und Peter Winterhoff stellte klar: „Wir als Kirche wollen uns nicht aus der Kindergartenarbeit verabschieden. Aber die Überführung schafft uns mehr Raum, seelsorgerisch zu arbeiten.“

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