Ein neues Team bringt viele neue Ideen mit

Der Abschied fällt nicht leicht: Petra Gossen zieht sich nach 20 Jahren als Weihnachtsmarktorganisatorin zurück.

Valbert - Auch wenn in einem Dorf wie Valbert Neuigkeiten schnell die Runde machen - damit hatten die wenigsten der 22 Anwesenden bei der Nachbesprechung des Weihnachtsmarktes gerechnet: Nach 20 Jahren hört Organisatorin Petra Gossen auf. Doch potenzielle Nachfolger stehen bereits voller Tatendrang parat.

Von Manuela Steller-Lübke

Es fiel Petra Gossen sichtlich schwer, ihre Mitstreiter von ihrem Rückzug, für den sie sich aus gesundheitlichen Gründen entschieden hat, in Kenntnis zu setzen. „20 gute Jahre sind vergangen, aber wenn’s am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören“, sagte sie. Die Anfänge des Valberter Weihnachtsmarktes liegen in einem traurigen Anlass begründet: 1994 starb ein Freund von Gossens Sohn an Leukämie. Auf der Suche nach Hilfemöglichkeiten entstand die Idee, einen Weihnachtsmarkt zugunsten des Förderkreises für tumor- und leukämiekranke Kinder und Jugendliche der Uniklinik Bonn zu organisieren. 1995 setzte Petra Gossen diesen Plan in die Tat um.

Ganz besonderen Dank sprach Petra Gossen ihrer „rechten Hand“ Christa Bahr für deren Unterstützung und Hilfe aus. Auch sie wird sich aus der Organisation zurückziehen, aber ebenso wie Petra Gossen weiterhin als Ansprechpartner für die potenziellen Nachfolger zur Verfügung stehen. Zwei von ihnen standen am Freitag bei der Versammlung in der Hültekanne schon in den Startlöchern. Ulf Hildebrandt und Jürgen Jursch, die gemeinsam mit dem am Freitag verhinderten Jörg Simon den Markt weiterführen möchten, präsentierten bereits neue Ideen. Dabei machten sie jedoch deutlich, dass sie sich nicht in den Vordergrund stellen oder die Organisation des Marktes „an sich reißen“ möchten, sondern am Fortbestand der Veranstaltung interessiert sind. „Wir haben gehofft, dass es noch andere Interessenten gibt.“ Dennoch hatten sie schon eine Menge neuer Ideen parat. Angedacht ist, den Markt eventuell über zwei Tage laufen zu lassen und eine Bühne aufzustellen, auf der sich nicht nur Kindergarten, Schule und Sänger präsentieren können, sondern an der sich am Samstagabend die gesamte „Weihnachtsmarktfamilie“ zusammenfinden kann.

Eine Verlagerung in die Dorfmitte, das Zusammenrücken der Stände, um Lücken zu schließen und den Markt wieder gemütlicher zu machen, sind weitere angedachte Möglichkeiten. Neben vielen positiven Rückmeldungen auf diese Vorschläge kamen allerdings auch Fragen nach den Kosten auf. „Insgesamt sind wir sieben Leute, ein schlagkräftiges Team“, beschrieb Hildebrandt. „Wir sind zwar Frischlinge in Sachen Weihnachtsmarkt, organisieren aber seit drei Jahren die Silvesterparty in der Jause - mit steigendem Erfolg.“ Bühne und Lautsprecher seien im Team vorhanden und für minimale Mietkosten zu bekommen. „Der Markt soll sich weiter selbst tragen und Geld für einen guten Zweck bringen“, so Jürgen Jursch.

Das hat er in den vergangenen 20 Jahren sehr erfolgreich: Über 150 000 Euro konnten Petra Gossen und Christa Bahr dem Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder und Jugendliche überreichen. Die aktuelle Spendensumme für dieses Jahr beträgt 5743,75 Euro. Das auf dem Konto verbliebene (Stand-)Geld wird dem neuen Organisationsteam als Startkapital zur Deckung erster Kosten zur Verfügung stehen. Dazu zählt die Anschaffung neuer Birnen für die Beleuchtung.

Aufgrund der möglichen Veränderungen wird es am Freitag, 24. April, um 19 Uhr in der Valberter Hültekanne eine weitere Sitzung geben. Bis zu diesem Treffen wird das neue Team zwei Konzepte (für einen bzw. zwei Tage) erarbeiten. Alle bisherigen Standbetreiber und jene Valberter, die in diesem Jahr dabei sein möchten, sind dazu herzlich eingeladen. „Wir sehen uns“, verprach Petra Gossen.

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