Neues Löschfahrzeug ist kein „Spielzeug“

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Bürgermeister Erhard Pierlings überreichte das LF 20/16 an Wehrleiter Thomas Decker, Gerätewart Unterbrandmeister Axel Schulte und den Zug- und Gruppenführer des Löschzuges 3, Achim Mühle (v.r.). ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20/16, das bereits seinen ersten Einsatz hinter sich hat, wurde am Samstag offiziell mit der Aushändigung des Autoschlüssels von Bürgermeister Erhard Pierlings zunächst an den Wehrleiter Thomas Decker und dann an die Löschgruppe Willertshagen übergeben.

Zahlreiche Gäste, darunter Vertreter des DRK und der Alters- und Ehrenabteilung waren zum Gerätehaus gekommen, um das Fahrzeug anschließend bei einer kleinen Feier einzuweihen.

Pierlings und Decker betonten bei der Übergabe die gute Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung mit der Freiwilligen Feuerwehr. In der Verantwortung für die Stadt sei es selbstverständlich, dafür zu sorgen, dass eine tüchtige Feuerwehr auch bestmöglichst ausgestattet ist, sagte Pierlings: „Sonst knistert´s irgendwann im Gebälk, und wir bekommen Probleme.“ Die Investition von 245 000 Euro mache ihn bei der Sorge um den städtischen Haushalt zwar manchmal schwindlig, nicht zuletzt, da auch noch eine große Drehleiter angeschafft werden müsse. „Aber bisher haben wir es immer hinbekommen. Und es war richtig,“ sagte der Bürgermeister. Das neue Fahrzeug sei auch eine Anerkennung für die Leistungen der heimischen Wehr. Die Löschgruppe Willertshagen hat sich bei der Ausstattung des LF 20/16 mit 2500 Euro aus Spendengeldern selbst beteiligt.

Auch Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath lobte die Ergebnisse, die aufgrund der guten Zusammenarbeit von Stadt und Feuerwehr in Meinerzhagen erzielt werden. „Sie sind ein gutes Beispiel, und kreisweit längst nicht selbstverständlich.“ Er überreichte einen Schutzengel in Form eines Schlüsselanhängers sowie Zubehör für das Spineboard, das auf dem neuen Fahrzeug mitgeführt wird und eine Erste-Hilfe-Tasche.

Rund zwei Jahre sorgfältiger Planung waren dem Ratsbeschluss zur Anschaffung des neuen Fahrzeuges vorausgegangen. Bei der Erweiterung des Willertshagener Gerätehauses hatte man die größere Länge des LF 20/16 bereits eingeplant. Investitionen für neue Ausrüstungsgegenstände waren mit Blick auf das Fahrzeug getätigt und bei der Konzipierung und Planung berücksichtigt worden.

Das neue Fahrzeug löst das alte TLF 8/24 ab, das jetzt weiter in Haustadt im Einsatz ist. 1988 war es das erste Feuerwehrfahrzeug gewesen, das Erhard Pierlings, damals noch Stadtdirektor, an den damaligen Wehrleiter Dieter Kohl übergeben konnte. Das LF 20/16 hat eine Pumpleistung von 2000 Liter pro Minute. Eine automatisierte Pumpe gleicht Druckschwankungen aus. Während das alte Fahrzeug mit drei Mann Besatzung im Einsatz war, ist das neue mit acht Wehrmännern unterwegs, die sich bereits während der Fahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten können. Ein automatisiertes Schaltgetriebe sorgt dafür, dass sich die Fahrer bei der Fahrt zum Einsatzort jetzt nur noch auf Gasgeben und Bremsen konzentrieren müssen.

Es verfügt über einen fest eingebauten Lichtmast, der vom Fahrzeug selbst betrieben wird. Auftrittbretter an den Seiten ermöglichen schnellen Zugriff auf die Ausrüstung. Dazu gehören unter anderem eine Schnellangriffseinrichtung, ein Wasserabsauger, ein Lüfter, der bei Bedarf auch durch eine weitere Tragkraftspritze ersetzt werden kann, sowie zwei Ein-Personen-Haspeln, die an der Rückseite mitgeführt werden. Die Schriftzüge an Tür und Dach hat übrigens die Firma Reklame Ludwig gesponsert.

Das LF 20/16 sei keinesfalls „ein neues Spielzeug der Feuerwehr“, wie böse Zungen behaupteten, machte der stellvertretende Wehrleiter Ulrich Blumenrath im Gespräch klar. Vielmehr handle es sich um ein leistungsstarkes, flexibel einsetzbares Fahrzeug, mit dem man der Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden wolle, um Bürgern schnell Hilfe leisten zu können. Das große Industriegebiet sei ein weiterer Grund für die Neuerwerbung, die von der Firma Ziegler in Gingen in Zusammenarbeit mit der Wehr konzipiert und gebaut worden ist. ▪ luka

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