Neuer Kita-Standort sorgt weiter für Diskussionen

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Hier soll die neue Kita der Awo entstehen.

Meinerzhagen - Die Ansiedlung einer Awo-Kindertagesstätte neben der Johanneskirche stößt weiterhin auf Kritik. Anwohner und Erzieherinnen des benachbarten Kindergartens am Inselweg machten ihrem Ärger jetzt in einer Ausschusssitzung Luft.

Bereits im Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Senioren war der Unmut einiger Politiker und Erzieherinnen deutlich geworden, am Dienstag trat er nicht minder deutlich zutage: Dass die Arbeiterwohlfahrt grundsätzlich neue Räume für ihre integrative Kita benötigt und nicht langfristig das Haus Lyck in der Butmicke nutzen kann, stößt dabei auf Verständnis. Die Lage des Ersatzstandortes jedoch weniger (siehe unten).

 Besonders das Kita-Ungleichgewicht zwischen Nord- und Südstadt sorgt dabei für Unbehagen. Karl Hardenacke (Grüne) bemängelte die große Zahl an Kindertagesstätten im Norden, während es im Süden eine Unterversorgung gebe. Er erinnerte zudem an die Aussage des katholischen Kita-Zweckverbands, eine ursprünglich geplante Erweiterung in St. Martin auf Eis gelegt zu haben, nachdem die Awo-Pläne bekannt geworden waren. 

Konkurrenz befürchtet

Und: Genauso wie die Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens am Inselweg, die in der Stunde der Öffentlichkeit zu Wort kamen, befürchtet auch Hardenacke eine Konkurrenzsituation, die mittelfristig sogar zur Schließung von Einrichtungen führen könnte. 

Eine Sorge, die Friedrich Rothaar, Fachbereichsleiter Technischer Service in der Stadtverwaltung, nicht teilt. „Eine Konkurrenzsituation kann ich nicht erkennen, zumal wir keine zusätzliche Einrichtung planen, sondern ein bestehender Kindergarten nur seinen Standort verlagert“, sagte Rothaar. 

"Träger wird sich Gedanken gemacht haben"

Aufgrund des Bedarfs an Kita-Plätzen sei mit einer zu niedrigen Kinderzahl in anderen Einrichtungen nicht zu rechnen. Dass ein Neubau auf Eltern eventuell attraktiver wirkt als ein benachbartes Gebäude, „das sanierungsbedürftig ist“, wie eine Erzieherin des Inselwegs erklärte, sei zunächst eine Herausforderung an den Träger der bestehenden Einrichtung. „Er wird sich bei der Überlegung, das Grundstück zur Verfügung zu stellen, sicher seine Gedanken auch zur möglichen Konkurrenzsituation gemacht haben“, sagte Friedrich Rothaar. 

Als besonderen Vorteil des Standorts neben der Johanneskirche zählte er erneut die günstige Verkehrslage auf – die aber bei Anwohnern auf Kritik stößt. Einige von ihnen äußerten in der Stunde der Öffentlichkeit die Sorge vor einer dramatischen Verschärfung der Verkehrslage, wenn Eltern von bis zu 72 Kindern für eine zusätzliche Belastung sorgen. 

Anwohner kritisieren Verkehrssituation

Einige der Mädchen und Jungen, so erklärte Johannes Anft, Betriebsleiter der Awo, würden aber ohnehin in Sammeltaxen oder -bussen gebracht. Und auch das Argument, mit dem neuen Standort für längere Fahrtzeiten oder logistische Probleme einiger Eltern zu sorgen, versuchten Stadtverwaltung und Kita-Träger zu entschärfen: Den jetzigen Standort an der Butmicke würden nur wenige Kinder aus diesem Bereich tatsächlich besuchen, wie auch Johannes Anft bestätigte. 

Friedrich Rothaar: „Im Moment sieht es für die Kinder also mit dem neuen Standort sogar besser aus.“ Und auch hinsichtlich der befürchteten Verkehrsbelastung wurde Rothaar deutlich: „Wenn man so argumentiert, wäre Stadtentwicklung nicht mehr möglich.“

Hintergrund: Die Pläne von MBG und Awo

Nachdem die Pläne der Arbeiterwohlfahrt, an der Straße Im Brannten eine Kindertagesstätte zu eröffnen, nach Problemen mit dem Bauträger verworfen wurden, machte sie sich auf die Suche nach einem neuen Standort. Gemeinsam mit der Meinerzhagener Bau-Gesellschaft als Investorin ist nun ein Grundstück an der Birkeshöhstraße direkt neben der Johanneskirche im Gespräch. Die Evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen habe bereits signalisiert, die Fläche gegen einen Erbbauzins zu verpachten, wie es in einer Vorlage der Verwaltung heißt.

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