Neuer Bikepark kurz vor der Vollendung

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Hohe Sprünge sind im Bikepark nicht nur auf dieser Schanze möglich. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Für den Außenstehenden sehen die Sprünge der Biker auf ihrem Gelände, einem ehemaligen Schrebergarten an der Himecke, wie gut einstudierte Stunts aus.

In rasender Geschwindigkeit geht es über die „Pumptracks“, den „Step-Up“ und bald auch an die „Wall“, wie die so genannten Dirtbiker ihre Rampen und Sprungschanzen nennen.

Ihr Bikepark steht jetzt kurz vor der Fertigstellung, wobei Marvin Gebauer, einer der vielen engagierten Jugendlichen, einräumt, dass auf dem Gelände immer wieder Veränderungen anstehen. In Eigenregie hatten die neun bis 18-jährigen Biker den Platz, mit Schüppe, Schubkarre und Stichsäge, hergerichtet.

Dabei war das zu Anfang im vergangenen Jahr noch illegal, denn die Jugendlichen wussten nicht, dass sie sich auf städtischem Gelände befanden. Da war der Platz allerdings schon für rasante Fahrten und Sprünge hergerichtet, denn der Pächter hatte dem Vorhaben zugestimmt ohne die Stadt zu informieren. Bürgermeister Erhard Pierlings versprach jedoch eine schnelle und unbürokratische Lösung. Dafür fand sich als Ansprechpartner und Unterstützer für die Jugendlichen Torben Gelhausen. Der selbstständige Unternehmer besorgte das Holz für große Aufbauten, für das die Stadt die Kosten übernahm. Alles weitere erledigten die Jugendlichen in den letzten Monaten selbst. Mittlerweile ist die Gruppe durch Mund-zu-Mund-Propaganda und die sozialen Netzwerke im Internet größer geworden, denn vergleichbare oder größere Anlagen gibt es erst wieder in Lüdenscheid oder noch weiter entfernt. „Eine durch Profis errichtete Bike-Arena hätte wahrscheinlich einen fünfstelligen Betrag gekostet“, so Torben Gelhausen.

Das Gelände an der Himecke ist mittlerweile eingezäunt und Fundamente für den großen Roll-In-Turm wurden gegossen. Die Erdarbeiten sind auch so gut wie erledigt. Es fehlen nur noch eine Rampe und die „Wall“ an der die Biker ihre „Dirts“ oder „Fullys“, wie ihre Fahrräder genannt werden, artistisch drehen können. Dabei haben die Jugendlichen nach Kraft und Können bei allen Bauten mit angepackt.

Auch die Anlieger sind mit ihren neuen Nachbarn sehr zufrieden. „Alle sind total aufgeschlossen und kommen regelmäßig vorbei“, freut sich Marvin Gebauer, der schon seit mehr als fünf Jahren mit dem Dirtbike unterwegs ist.

Diese Fahrräder besitzen normalerweise keine Straßenzulassung, da Lampen und Reflektoren fehlen. Für den Funsport haben die Dirtbikes dafür aber andere Qualitäten. So ist der Lenker komplett drehbar, sodass Sprünge gelingen können, bei denen das Rad komplett um den Lenker kreist. Die Räder haben zudem nur einen Gang. Für die Bikes müssen die Jugendlichen aber auch tief in die Tasche greifen. „Ein Einsteigermodell kostet schon 600 Euro“, so Marvin Gebauer. Preislich gibt es nach oben dann fast keine Grenze.

Auf ihrem Platz setzen die jungen Meinerzhagener ganz bewusst auch auf die Sicherheit bei den gewagten Sprüngen. „Alle fahren hier mit Helm und darauf wird auch geachtet“, sagt Marvin überzeugt. Dabei achten die älteren augenscheinlich auch auf die jüngeren Biker. Der Zusammenhalt unter den Jugendlichen mit großem Altersspektrum sei für alle kein Problem, sondern mache viel Spaß, betont der 18-jährige Marvin.

Jetzt freuen sich die Jungen und Mädchen auf den 21. Mai. Bis zu diesem Tag soll alles fertig sein, damit einem schönen Einweihungstag nichts mehr im Wege steht. Der Nachmittag und Abend soll dann ganz im Zeichen des Dirtbikens stehen. Natürlich soll an diesem Tag auch wieder gemeinschaftlich gegrillt werden. Auch der Bürgermeister soll eingeladen werden, so Gelhausen. Ob das Gelände später bestimmte Öffnungszeiten bekommt, soll in den nächsten Wochen noch besprochen werden. Jetzt stehen erstmal die letzten handwerklichen Arbeiten auf dem Plan, bis dann wieder „Three-Sixty`s“ geübt werden können. ▪ ds

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