Käufer für Pampus in Meerane

Für den Standort Meinerzhagen ist das endgültige Aus besiegelt. ▪ Archivfoto: MZ

MEINERZHAGEN ▪ Immer noch herrschen Trauer und Wut bei den rund 190 von der Insolvenz der Firma Pampus Automotive in Meinerzhagen betroffenen Mitarbeiter. Das endgültige Aus für den Standort ist, wie die MZ berichtete, besiegelt, weil sich kein Käufer gefunden hatte.

Ganz anders die Situation im sächsischen Meerane, wo das Unternehmen eine weitere Produktionsstätte betrieb: Hier sind durch die inzwischen vollzogene Übernahme offenbar alle 73 Arbeitsplätze gerettet.

Die Lokalzeitung Freie Presse berichtet: „Seit Mittwochnachmittag (10. April) sind die Verträge mit der Firma ASC & Cawi Kalt- und Umformtechnik im nordrhein-westfälischen Neuenrade unterschrieben, der alte Name ist Geschichte. Jetzt soll der Neustart des Werkes unter der Unternehmensbezeichnung Meerane Automotive angegangen werden. „Die wichtigste Nachricht ist, dass alle Mitarbeiter weiter arbeiten können“, sagt Werksleiter Klaus Zerjatke. 79 Mitarbeiter stellen in Meerane hauptsächlich Sitzbauteile für diverse Automodelle her.“

Meerane war seit 2006 Sitz eines Zweibetriebes der Attendorner Huperz-Gruppe. Als diese 2007 von Pampus übernommen wurde, erfolgte die Neufirmierung als Pampus Automotive. Meinerzhagen wurde Sitz der Firmenzentrale und größter Produktionsstandort. Weitere Huperz-Betriebsstätten wurden in der Folgezeit geschlossen. Übrig blieben unter dem Dach der Pampus Automotive noch drei Standorte: Meinerzhagen, Meerane und Kamenice in Tschechien.

Nachdem die Geschäftsleitung der Pampus Automotive nach zuvor erfolgreich abgeschlossener Planinsolvenz im 2011 im Januar dieses Jahres erneut Insolvenz anmeldete, war klar: Eine Rettung aus eigener Kraft würde diesmal nicht mehr möglich sein. Der eingesetzte Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Insolvenz-Kanzlei White Case, versuchte Käufer für die drei Betriebsstätten zu finden. Für Meinerzhagen scheiterten diese Bemühungen, wie berichtet. Mittlerweile haben nach Angaben des hier aktiven Ersten Bevollmächtigten der IG Metall in Olpe, Georg Keppeler, rund 80 Prozent der betroffenen Pampus-Mitarbeiter das Angebot angenommen, für die Dauer von fünf Monaten in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Das soll den drohenden Übergang in die Arbeitslosigkeit wenn nicht verhindern so doch abmildern.

In Meerane will man nun noch einmal neu starten und hofft, dass dies unter dem Dach der neuen Muttergesellschaft aus dem Sauerland auch gelingen wird. Anders als für Meinerzhagen bestand hier offenbar ein sehr großes Interesse von potenziellen Käufern. Der Insolvenzverwalter hatte mit insgesamt dreizehn Kaufinteressenten verhandelt. Auch für Kamenice laufen derzeit noch Gespräche. ▪ -fe

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