Zwei neue Wildblumen-Wiesen im Stadtgebiet

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Die neue Wildblumenwiese am Valberter Friedhof ist nur teilweise erblüht – wegen der Trockenheit und der relativ späten Aussaat.

Meinerzhagen – „Insektensterben“ und „Wildblumenwiesen“ – zwei Begriffe, die seit einiger Zeit in aller Munde sind. Auch in Meinerzhagen. Vor Ort wurde in städtischen Ausschüssen allerdings nicht nur darüber diskutiert, sondern auch gehandelt.

Am Handweiser, oberhalb der Marienheider Straße, wurde bereits im vergangenen Jahr eine solche Wiese angelegt, dafür hatten sich besonders die Grünen starkgemacht. Und im April dieses Jahres gab Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck bekannt, dass zwei weitere Projekt dieser Art in Angriff genommen werden sollen. Dafür hatte die Stadt geeignete Flächen im Bereich In den Bäumen/Friedhof in Valbert und Mühlenbergstraße/Im Kumpenhahn ausgemacht.

Dort kann nun Vollzug gemeldet werden, das Saatgut ist ausgebracht. Allerdings wirken sich die recht späte Aussaat und der fehlende Regen negativ aus, die Saat ging nicht so wie gewünscht auf. Valko Gerber von der Stadt hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben: „Wir hoffen, dass künftige Niederschläge hier noch zum gewünschten Ergebnis führen.“ Auch in Zukunft, so hieß es im April, werde die Stadt die Augen offen halten und nach Flächen Ausschau halten, auf denen Wildblumen-Saatgut ausgebracht werden könnte. 

Und warum machen diese städtischen Projekte Sinn? Darauf hat die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eine Antwort: „Wildblumenwiesen bestehen aus blütenreichen Mischungen von überwiegend mehrjährigen heimischen Arten und enthalten auch typische Pflanzenarten der Wiesengesellschaften, wie beispielsweise Margerite, Schafgarbe, Wilde Möhre, Wiesenflockenblume. Sie besitzen eine wichtige Nahrungs- und Habitatfunktion für zahlreiche Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer und fördern hierbei besonders auch stark spezialisierte Insektenarten. Sie ermöglichen damit eine Diversifizierung von Lebensräumen, die in der freien Flur nur noch selten zu finden sind. Außerdem bieten sie zahlreichen Vogelarten, sowohl samen- als auch insektenfressenden, gute Nahrungsquellen.“

Auch der Naturschutzbund Märkischer Kreis mit Sitz in Lüdenscheid macht sich für das Anlegen von Wildblumenwiesen stark. „Gestalten Sie Ihren Garten insekten- und vogelfreundlich“, ruft die Organisation auf. Warum jede weitere Wildblumenwiese ein Gewinn für die Natur ist, wird ebenfalls erläutert: „Schon einige Quadratmeter Fläche, die der Natur zurückgegeben werden, leisten einen wertvollen Beitrag. Für Insekten sind Wildblumen lokaler oder regionaler Herkunft am besten. Ein solches Wildblumen-Saatgut, ausreichend für fünf Quadratmeter, bieten wir mit unserer Regio-Saatgut-Mischung an. Sie enthält nur einheimische ein- und mehrjährige Wildblumen, die im sogenannten Ursprungsgebiet 7 „Rheinisches Bergland und angrenzend“ zuhause sind – zu diesem gehört auch der Märkische Kreis/Südwestfalen.“

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