Aysel Koc stellt sich einer großen Herausforderung

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Aysel Koc trägt als neue Konrektorin und bis auf Weiteres kommissarische Schulleiterin Verantwortung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Herausforderungen hat sie in ihrem bisherigen Leben stets angenommen und mit bemerkenswertem Erfolg gemeistert, wie ihre beachtliche Vita bis heute eindrucksvoll belegt. Aysel Koc, 34 Jahre jung, Tochter einer Migranten-Familie, die 1973 aus der Türkei nach Deutschland kam, steht auch für sie selbst überraschend gerade vor ihrer bisher größten Aufgabe: Als Konrektorin im Juli zur Städtischen Realschule Meinerzhagen abgeordnet, muss sie aufgrund besonderer Umstände nun die Schulleiteraufgaben wahrnehmen.

„Das ist wirklich eine sehr große Herausforderung, auf die ich mich erst einmal einstellen muss“, bekennt sie im Gespräch mit der MZ. Sie fühlt sich aber vom engagierten Lehrerkollegium bestens aufgenommen und unterstützt und geht mit Elan an diese große Aufgabe heran. „Ich bin sozusagen ins kalte Wasser geworfen worden und muss nun schwimmen.“ Wie lange die derzeitige Situation an der Realschule, knapp ein Jahr vor dem für das nächste Schuljahr 2013/14 geplanten Einrichtung einer Sekundarschule und damit der geplanten Zusammenführung von Haupt- und Realschule zu einer neuen Schulform, andauern wird, ist noch ungewiss.

Die nach dem Ausscheiden von Peter Regali in den Ruhestand vakante Schulleiterstelle war von der Bezirksregierung Arnsberg ausgeschrieben worden. Innerhalb der gesetzten Frist ging nach Informationen der MZ nur eine Bewerbung ein. Daraufhin verfügte das Schuldezernat eine erneute Ausschreibung und ernannte Aysel Koc zunächst als kommissarische Schulleiterin.

Bei der Stadt Meinerzhagen als dem zuständigen Schulträger gibt es aktuell keine Information darüber, bis zu welchem Zeitpunkt jetzt mit einem konkreten Ergebnis und der Wiederbesetzung zu rechnen ist.

Frei geworden waren durch das Ausscheiden von Hartmut Pieta schon im vergangenen Jahr und dem Wechsel von Friedhelm Schröder als neuem Leiter der Realschule in Halver zum neuen Schuljahr auch die bislang zwei Konrektorenstellen.

Auf die stellvertretende Schulleiterstelle hin hatte sich im Rahmen der erfolgten Ausschreibung auch Aysel Koc beworben. Als Konrektorin eingestellt, ist sie nun für eine noch nicht absehbare Zeit die neue Schulleiterin an der Städtischen Realschule Meinerzhagen.

Ein hohes Tempo hat die sympathische junge Frau auch in ihrem bisherigen Berufsleben an den Tag gelegt. Geboren in Hagen-Hohenlimburg, dort auch das Abitur gemacht, danach ein Architekturstudium an der FH Siegen in der Fachrichtung Hochbau mit Abschluss als Diplom-Ingenieurin absolviert. An der FH Siegen unterrichtete sie als wissenschaftliche Assistentin selbst Studierende, fand Gefallen an dieser pädagogischen Tätigkeit und entschied sich für den Wechsel in den Schuldienst. Nach dem Referendariat, das sie von 2005 bis 2007 an einer Realschule in Köln-Godorf absolvierte und mit einer glatten eins abschloss sowie einer kurzzeitigen Lehrertätigkeit in Ennepetal kam Aysel Koc 2005 zur damaligen Realschule Schalksmühle. Ihre für eine Frau eher untypische Fächerkombination Mathematik und Technik sorgte für weitere Aufgabenübertragungen. So war sie ab 2009 als Fachseminarleiterin für Mathematik am Lüdenscheider Studienseminar. Hier bereitete sie Hochschulabsolventen auf den Schuldienst vor.

An der mittlerweile in eine Verbundschule umgewandelten Schule in Schalksmühle gehörte es neben der Unterrichtstätigkeit zu ihren Aufgaben, Zeugnisse für die beiden Schulzweige Haupt- und Realschule zu erstellen. Sie arbeitete als Sicherheitsbeauftragte, war Fachkonferenzvorsitzende für Mathematik und Technik, Mitglied im Trainingsraum und Moderatorin des Projekts „Gemeinsam sind wir stark.“

Weil der Bestand der Schalksmühler Verbundschule im Zuge der anstehenden Veränderungen in der dortigen Schullandschaft absehbar nicht gewährleistet ist, bewarb sich die engagierte Pädagogin auf verschiedene Stellen. „Meinerzhagen war dabei mein persönlicher Favorit“, bekennt sie. Nun ist sie dort angekommen und hatte als erste Bewährungsprobe in den Sommerferien gleich den kompletten Stundenplan für die insgesamt 534 Schülerinnen und Schüler für das neue Schuljahr 2012/13 zusammenzustellen.

Ein strammes Arbeitspensum war sie auch schon von ihrer bisherigen Tätigkeit her gewohnt. Deshalb schreckt sie die neue Belastung auch weniger. Freizeitgestaltung kommt für die ledige junge Frau, die nach wie vor in Hagen wohnt, daher auch weiterhin eher am Rande vor. Gefragt nach Hobbys antwortet sie nach einigem Zögern mit „Lesen“ – um dann klarzustellen. „Keine Romane. Nur Fachbücher!“ ▪ von Horst vom Hofe

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