Valbert: Lektorinnen übernehmen Küstertätigkeiten

Kurt Huter informiert für die katholische Gemeinde St. Christophorus über die Neuregelung des Küsterdienstes. - Archivfoto: sim

Valbert -   Bei allen Gottesdiensten dabei sein, Rasen mähen, Reparaturarbeiten erledigen, Hecken schneiden – so stellen sich zumindest Einige die Küsterarbeit vor. „Das stimmt aber so nicht“, stellt Kurt Huter klar.

Von Simone Benninghaus

„Küsterdienste umfassen schlicht und erreifend das, was in der Kirche und um den Gottesdienst herum passiert“, sagt der Vorsitzende des Gemeinderates von St. Christophorus in Valbert, der sich in den vergangenen Wochen intensiv mit den Tätigkeiten eines Küsters beschäftigt hat.

In der Gemeinde im Ebbedorf gibt es nämlich eine Neuerung. Seit einigen Wochen auch die Lektorinnen ehrenamtlich Küstertätigkeiten während der Messen.

Alle zwei Wochen ist eine der Lektorinnen Silke Theobald, Ingrid Becker, Angelika Gerhardt, Kornelia Scheffel und Beatrix Brozio auch als ehrenamtliche Küsterin tätig. Zu ihren Aufgaben zählen das Anzünden der Kerzen, das Bereitstellen von Wein und Hostien und das Läuten der Kirchenglocken. Nach dem Gottesdienst müssen dann Kelch und Gewänder wieder an ihren Platz gebracht werden. Unterstützt werden sie dabei von Paul Hosnowski. Der 88-Jährige ist trotz seines hohen Alters Woche für Woche als ehrenamtlicher Küster im Dienst der Kirche.

Im Zweiwochenrhythmus kommt Küster Thadäus Scholtyssek zur Messe nach Valbert. Für den hauptamtlichen Küster, der auch für die Kiersper Gemeinde verantwortlich ist, ergab sich zuletzt ein Zeitproblem: Um 9.30 Uhr beginnt die Messe in der St. Christophorus-Kirche in Valbert, eineinhalb Stunden später läuten in Kierspe die Glocken zur Messe. Bis zum Ende des Gottesdienstes in Valbert zu bleiben, war dem Küster daher nicht möglich. Aus diesem Grund wurde nun die neue Regelung in der Ebbegemeinde eingeführt. Die Lektorinnen wurden dafür von Thadäus Scholtyssek geschult.

Kurt Huter spricht angesichts leerer Kirchenkassen aber auch ein grundsätzliches Problem in Sachen Küstertätigkeit an. Die Erwartungshaltung mancher Mitchristen gegenüber der Arbeit des Hauptküsters sei zu hoch, so der Gemeinderatsvorsitzende. Huter gibt zu bedenken, dass auf dem Dienstplan des Hauptküsters Thadäus Scholtyssek beispielsweise nur sieben Stunden pro Woche für die katholische Gemeinde in Valbert ausgewiesen sei. Fünf Stunden ist der Küster in Grotewiese tätig, 14 Stunden in der Kiersper Gemeinde. Hinzu kämen noch die Tätigkeiten in den Kindergärten.

Da in Valbert nicht viel Zeit für Kirche, Pfarrsaal und ein großes Grundstück bleibt, wird das große Gelände auch von Gemeindegliedern in Schuss gehalten. Ein Arbeitseinsatz wurde erst kürzlich durchgeführt.

In Grotewiese wird in Sachen Küstertätigkeit übrigens ähnlich verfahren; bei den Vorabendmessen in der kleinen Kapelle verrichten ebenfalls Ehrenamtliche den Küsterdienst.

Über dessen Tätigkeit ist auch Kurt Huter genau informiert. Erst vor Kurzem hat er einen Kursus des Bistums Essen absolviert und sich ebenfalls als ehrenamtlicher Küster schulen lassen. „Ich möchte genau wissen und verstehen, was ein Küster zu leisten hat“, so Huter, der sich in seinem Amt als Gemeinderatsvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der Pfarrgemeinde auch mit dem „Kirchenmanagement“ beschäftigt. Ehrenamtiches Engagement sei hier verstärkt gefragt, so Huter. Anstatt Verwaltungsangelegenheiten regeln zu müssen, könnten sich Pastöre auf die Arbeit konzentrieren für die sie ausgebildet seien – auf die Seelsorge.

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