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Gigantischer Schwertransport: 30.000 Tonnen-Presse rollt durchs Volmetal

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Von: Markus Klümper

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Durch diese hohle Gasse... Auch die Unterführung in Kierspe Bahnhof musste vom Schwertransport durchfahren werden. © Klümper

Schwertransporte auf den Straßen von Kierspe und Meinerzhagen sind keine Seltenheit. Derzeit sind diese nächtlichen Spektakel häufiger zu beobachten, denn: Am Wochenende begann die Anlieferung der ersten Teile für die neue 30 000-Tonnen-Presse der Otto Fuchs KG.

Meinerzhagen - Mit bis zu 350 Tonnen waren die Lkw beladen, die in der Nacht zu Samstag und Montag das Werksgelände ansteuerten. Dort wird in Kürze eine Gesenkschmiedepresse erneuert – die Anlieferung der Einzelteile ist eine logistische Mammutaufgabe.

Herkömmliche Sattelschlepper mit einem Maximalgewicht von bis zu 40 Tonnen transportieren die zahlreichen „kleineren“ Komponenten der neuen Hydraulikpresse. Die Teile mit dem höchsten Gewicht jedoch bekommt man so nicht vom Fleck. Hier kommen Spezialisten ins Spiel, wie ein Siegener Unternehmen, das bereits Castor-Behälter durch das Volmetal transportiert hat. 

In den vergangenen Tagen sind bereits drei Züge mit Schwerteilen auf dem Werksgelände eingetroffen, von denen ein Transport in der Nacht zu Montag stattfand. Dem Zeitplan war man sogar voraus, erklärte Gerhard Saum, der das Projekt beim Hersteller Schuler betreut. 

Zwei Transporte erreichten bereits am Samstag ihr Ziel. In der Nacht zu Montag war nun das „Kopfstück“ an der Reihe, welches am frühen Morgen abgeladen werden konnte. Für insgesamt zwölf Touren werden bis Ende des Monats Schwertransporte das Werksgelände der Otto Fuchs KG ansteuern. 

Gigantischer Schwertransport: Bagger versperrte den Weg

Die Fahrstrecke führte auch durch das Ruhrgebiet, Schwelm, Radevormwald und Halver. Diese Strecke benötigte etwa anderthalb Tage. Ernsthafte Probleme haben sich auf der Route bisher lediglich einmal ergeben: „In Gelsenkirchen hat eine Baufirma auf unserer Route einen Bagger abgestellt“, erinnert sich Gerhard Saum. Der kam in der vorherigen Computersimulation natürlich nicht vor. 

Die Transporte sind Teil eines gewaltigen Puzzles, denn eine Maschine dieser Größe wird aus Komponenten aufgebaut, die aus der ganzen Welt kommen. Ein vorheriger Aufbau beim Hersteller ist ebenso wenig möglich wie ein Kauf „von der Stange“, erläutert Projektleiter Paul Plikat. 

Tonnenschweres Gerät: Anderthalb Jahre intensiver Vorbereitung

Die Projektierung und Konstruktion hat anderthalb Jahre enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und dem Lieferanten benötigt. Im August steht dann die Demontage der alten Anlage an, so Plikat. Die Inbetriebnahme der neuen ist für den Januar kommenden Jahres geplant. Zunächst muss noch das Bestandsfundament überarbeitet werden, bevor es an den Aufbau der neuen Presse geht. 

Die neue Presse ersetzt den Vorgänger nahtlos. Die im Jahr 1964 erzielte Leistung erweist sich auch aktuell noch als völlig ausreichend: „Die neue Maschine bietet aber mehr Präzision und Standfestigkeit“, erklärt Plikat. Auch sei die inzwischen 56 Jahre alte Maschine recht anfällig geworden. Durch identische Leistung des Nachfolgers brauchen am Standort keine nennenswerten Änderungen der Stromversorgung vorgenommen werden. Gefertigt werden auf der Anlage Bauteile für die Luftfahrttechnik, neben den bekannten Alu-Felgen ein wichtiger Eckpfeiler der Otto Fuchs KG.

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