Neue Nutzung für das einstige Detmers-Areal?

Aldi-Markt, Fleischmarkt und Bäckershop – auf dem ehemaligen Detmers-Areal wurden viele Geschäfte geschlossen.

MEINERZHAGEN ▪ Zum 30. September vergangenen Jahres schloss die Aldi-Verkaufsstelle an der Fröbelstraße.

Kurz darauf machte auch der Backshop im einen angrenzenden Nebengebäude dicht. Leer stand bereits über einen längeren Zeitraum zeitweilig als Metzgereifiliale genutzte Räumlichkeiten. Seither ist das gesamte im Eigentum des Immobilienunternehmens Hellerforth stehende Areal ungenutzt. Neuvermietungen konnten nicht realisiert werden.

Offenbar gibt es nun neue Pläne, wie man das große Grundstück zwischen Fröbelstraße und Siepener Weg künftig nutzen könnte. Es gibt offenbar mehrere Optionen, die alle im Bereich des Einzelhandels angesiedelt sind. Ob ein neuer Discounter, oder vielleicht auch ein Lebensmittelmarkt zur Grundversorgung in dem durch die Ausweisung des neuen Wohngebiets Werlsiepen noch größer gewordenen Einzugsbereichs etabliert wird, steht noch nicht fest.

In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt hatte die Verwaltung eine Vorlage zur Abstimmung gestellt, mit der für den in Rede stehenden Bereich ein formeller Bebauungsplan aufgestellt werden sollte. Angedacht ist die Ausweisung einer „Mischgebietsnutzung“.

Wie Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar im Gespräch mit der MZ erläutert, möchte man mit dem Instrument der Bauleitplanung sich eine größere Einflussnahme auf eine künftige neue Bebauung oder auch eine veränderte Nutzung sichern. Verhindert werden solle, dass durch die denkbare Ansiedlung von sogenanntem „großflächigem Einzelhandel“ mit Verkaufsflächen von mehr als 1200 qm es womöglich zu negativen Einflüssen auf den Einzelhandelsbesatz im Kernstadtgebiet kommen könnte.

Die Rats-Fraktionen sehen in der Thematik noch einigen Beratungsbedarf. Deshalb wurde im Fachausschuss noch keine Beschlussempfehlung abgegeben. Das soll jetzt in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 27. Juni in öffentlicher Sitzung (Beginn 17 Uhr im Rathaussaal) geschehen. Erkennbare Zielrichtung ist dabei nach Informationen der MZ, dass man sich auf eine Planung verständigen könnte, die dem Gebiet eine sinnvolle Weiterentwicklung ermöglicht.

Das könnte beispielsweise auch in einer ähnlichen Nutzung wie der bisherigen liegen, wobei man die Größe der neu entstehen den Verkaufsflächen so reglementieren möchte, dass es sich erkennbar um ein Angebot der Grund- und Nahbereichsversorgung handelt.

Bislang gibt der noch gültige Bebauungsplan Nr. 5 „Siepener Tal“ den von Investoren auszuschöpfenden planungs- und baurechtlichen Rahmen vor. Da es sich um einen Bebauungsplan aus den 1960er Jahren handelt, greift hier noch in Bezug auf die Frage der Zulässigkeit von baulichen Nutzungen die alte Baunutzungsordnung von 1962. Demnach sind dort – im Gegensatz zu den nach heute gültiger Baunutzungsverordnung festgesetzten einschränkenden Regelungen  – unter anderem auch großflächige Einzelhandelsbetriebe jeglicher Art zulässig.

Sollte es zu einer solchen größeren Nutzung kommen, wären nach Einschätzung der Verwaltung der Stadt Meinerzhagen schädliche Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich in Form von Kaufkraftabzug, Leerständen und anderen Entwicklungen zu befürchten. Im Hinblick auf die Anziehungskraft großflächiger Handelsbetriebe allgemein müsste auch mit einem erheblichem Zuwachs an Verkehrsaufkommen auf dem Siepener Weg gerechnet werden.

Die bisherige Einzelhandelsnutzung in dem Gebiet lag unterhalb der Grenze zur Großflächigkeit (unter 800 qm Verkaufsfläche). Der Rückzug von Aldi-Markt, Hermes-Fleischmarkt und Bäckerei-Filiale von diesem Standort könnte, so mutmaßt die Verwaltung in ihrer Beratungsvorlage, auch darin begründet sein, „dass ein Teil der bestehenden Gebäuden nicht mehr heutigen Ansprüchen an Einzelhandelsnutzungen genügt“, so wörtlich.

Ansässig auf dem ehemaligen Areal der Firma Detmers sind jetzt noch ein Fitness-Studio, ein Getränkemarkt und wenige kleinere Gewerbegeberiebe in dem großen Gebäudekomplex Siepener Weg 10, der im Übrigen ebenfalls größere Leerstände aufweist. ▪ -fe

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