Neue Lebensqualität an Bigge- und Listersee

+
Vorstellung des Regionaleprojekts „Naturerlebnisgebiet Bigge-Listersee“ auf der MS „Westfalen“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Ein neues Freizeit- und Tourismusanebot soll den Landschaftsraum Biggesee-Listersee aus seinem Dornröschenschlaf wecken und das Gebiet zum Tourismusmaget für die ganze Region entwickelt. Das ist Ziel eines Projekts im Rahmen der „Regionale 2013 Südwestfalen“. Zwei Kreise und vier Kommunen sind beteiligt.

Die MS „Westfalen“ der Biggesee-Flotte war am Donnerstag in jeder Weise symbolträchtiger Schauplatz: Erst im Rahmen einer Pressekonferenz, dann als schwimmender Konferenzsaal für eine Zusammenkunft von rund 100 Kommunal- und Kreisvertretern aus den vier Städten Meinerzhagen, Attendorn, Olpe und Drolshagen. Im Rahmen der Regionale 2013 Südwestfalen wurde das Kreisgrenzen überschreitende Starterprojekt „Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee“ präsentiert – ein Vorhaben, das bereits mit dem zweiten von drei für eine Realisierung und damit auch finanzielle Förderung durch das Land erforderlichen „Sternen“ ausgezeichnet worden ist. Und für die Stadt Meinerzhagen ist dies sozusagen eines von gleich „zwei Eisen im Feuer“ des spannenden und herausfordernden Strukturförderwettbewerbs des Landes NRW. Bekanntlich hat die Volmestadt gemeinsam mit den Nachbarn aus Kierspe, Halver und Schalksmühle auch eine Projektidee unter dem Titel „Oben an der Volme – ein Fluss verbindet“ angemeldet. Dieses Projekt ist eines von insgesamt 35, das bereits einen „Stern“ erhalten hat und nun weiter entwickelt werden kann.

Zwei Ministerien begleiten

den Prozess

Die Anwesenheit von gleich zwei Vertretern des Landes (Dr. Martin Michalzik vom Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Achim Dahlheimer vom Ministerium für Bauen und Verkehr) unterstrich den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Unter der Leitung von Dirk Glaser, dem Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur, wurde das gemeinsam entwickelte Gesamtkonzept für den Erholungsraum rund um die beiden heimischen Talsperren präsentiert. Entwickelt wurde es vom Büro „WGF Landschaftsarchitekten“ aus Nürnberg, gestern vertreten durch den renommierten Landschaftsarchitekten Professor Gerd Aufmkolk.

Landschaftsarchitekt Professor Aufmkolk plant Projekt

Klar wurde, dass es sich bei dem Vorhaben um keinen kosmetischen Eingriff, sondern eine Grundüberholung handelt: 51 Punkte stark ist das Maßnahmenpaket zum „Naturerlebnisgebiet“, das am Abend auch der Öffentlichkeit im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Olper Stadthalle vorgestellt wurde.

„Eine Frischzellenkur soll beide Seen zum idealen Erholungs- und Freizeitort für Jung und Alt machen“, strich Dirk Glaser heraus. Und Landrat Frank Beckehoff vom in dieser Angelegenheit federführenden Kreis Olpe zeigte sich überaus zuversichtlich: „Wir werden den dritten Stern erhalten und das Projekt gemeinsam zu einem Erfolg machen!“

Zu tun ist einiges: Zu wenig Badestellen und Sitzmöglichkeiten, ein nur mäßiges Sportangebot, schlechte Fahrrad- und Wanderwege – touristische Höhepunkte, wie sie in der heutigen Zeit gefragt sind, muss man am Bigge- und am Listersee mit der Lupe suchen. Das ist nicht nur eine Expertenmeinung. Zu dieser Ansicht kamen auch die Bürgerinnen und Bürger der vier Anrainerkommunen. Für das Projekt der Regionale 2013 wurde eine Bevölkerungsumfrage gestartet und mehr als 900 Fragebögen durch das Unternehmen „study&consult“ aus Siegen ausgewertet.

System von Rad- und Wanderwegen geplant

Die Wünsche und Anregungen der Bürger flossen direkt in den Maßnahmenkatalog ein – zum Beispiel beim Thema Rad- und Wanderwege. Eine Wegesystem rund um die unmittelbar aneinander angrenzenden Talsperren Bigge und Lister soll entstehen, das zum einen die Kommunen besser an die Seenlandschaft anbindet, aber auch einzelne Sehenswürdigkeiten und neue Attraktionen miteinander verbindet.

Einer von drei Schwerpunkten wird dabei, so Planer Professor Aufmkolk, der Bereich Kalberschnacke/Windebruch an der Listertalsperre sein. Die Stadt Meinerzhagen verspricht sich hier unter anderem eine Aufwertung der Verhältnisse im Bereich der Badebucht Heiligenberg und gegenüber der Ferienhaussiedlung.

Ein Rad- und Wanderweg auch auf Meinerzhagener Seite der Talsperre fehlt bislang. Im Wege eines Bürgerantrags war genau die Einrichtung eines solchen Angebots erst jüngst wieder gefordert worden.

Die beiden weiteren Schwerpunkte im Rahmen des Projekts werden im Bereich Sondern mit seinem Bahnhof, der Schiffsanlegestelle und weiteren Freizeiteinrichtungen sowie am Biggestaudamm rund um die Waldenburger Bucht liegen

Horst vom Hofe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare