100 000 Euro für neue Fluchtwege

Im Jugendzentrum Am Schulplatz in Meinerzhagen müssen neue Rettungswege angelegt werden. ▪ Archivfoto: vom Hofe

MEINERZHAGEN ▪ 100 000 Euro stellte der Rat am Montagabend für Brandschutzmaßnahmen im Jugendzentrum zur Verfügung.

Dass die Stadt in dem Gebäudekomplex neue Rettungswege bauen muss, hatte der Märkische Kreis im vergangenen November festgestellt. Er hatte im Zusammenhang mit einer neuen Kindergartengruppe, die in dem Gebäude untergebracht wird, eine Brandschau durchgeführt.

Der DRK-Kindergarten „Korallenriff“ soll ab August einen Raum im Jugendzentrum nutzen, um zusätzliche Plätze für Unter-Dreijährige anbieten zu können. Diese Pläne sorgten im Rat für Diskussionen. SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Wirth regte an, die Kita stattdessen durch einen Anbau zu erweitern. „Das wäre möglicherweise teurer als die Mitnutzung des Jugendzentrums“, sagte er. „Aber es würde einen besseren Zusammenhalt der Kita bringen.“ Wirth schlug vor, einen Anbau im hinteren Bereich der Kita zu errichten. Das Grundstück der Kita grenzt dort an das Gelände des Tennisclubs Grün-Weiß. Bürgermeister Erhard Pierlings versprach, noch einmal zur Diskussion zu stellen, ob die Kita-Gruppe ins Jugendzentrum einziehen soll. „Ein Anbau wurde bisher nicht geprüft“, so Pierlings. „Technisch wäre er sicher möglich, eigentumsrechtlich vielleicht nicht.“

Unabhängig von der Nutzung durch den Kindergarten muss die Stadt im Jugendzentrum neue Fluchtwege einbauen. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll ein Durchgang vom Jugendzentrum zur Musikschule entstehen. So steht das hintere Treppenhaus der Musikschule als Fluchtweg zur Verfügung.

„Eine Alternative wäre ein zweiter Rettungsweg über eine Außentreppe“, erklärte Friedrich Rothaar, Fachbereichsleiter Technischer Service. „Das wäre aber teurer als der Umbau innerhalb des Gebäudes.“ Die Baukosten in Höhe von 100 000 Euro wird die Stadt an anderer Stelle einsparen. So werden Arbeiten an den Fenstern der Stadthalle um ein Jahr verschoben. Außerdem wird der Neubau der Ahornstraße voraussichtlich weniger Geld kosten als vorher veranschlagt.

„Mehr U 3-Plätze als Nachfrage“

Wie der Bürgermeister und Silvia Markus vom Sachbereich Soziales im Rahmen der Ratssitzung mitteilten, werden im kommenden Kindergartenjahr 2013/2014 insgesamt 94 Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige zur Verfügung stehen. Nur 18 Prozent der 523 Kinder dieser Altersgruppe erhalten damit einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Dass diese Versorgungsquote deutlich unter den geforderten 30 Prozent liegt, stelle jedoch kein Problem dar. „Wir müssen das in Relation zur Nachfrage setzen“, sagte Pierlings.

So seien von den 50 vorhandenen Kita-Plätzen für U 3-Kinder erst 42 belegt. Noch mehr Kapazitäten haben die 13 ausgebildeten Tagesmütter, die Kinder in Meinerzhagen betreuen: 16 der insgesamt 44 Plätze sind noch frei.

Gerd Wirth kritisierte, dass der evangelische Kindergarten am Inselweg keine Plätze für Unter-Dreijährige anbieten wird. Schließlich befinde sich „in Wurfweite“ das Baugebiet Werlsiepen, das einzige Neubaugebiet in Meinerzhagen. „Da sollen doch junge Familien hinziehen“, so Wirth. Um U 3-Plätze anzubieten, hätte die Kita jedoch an- oder umbauen müssen, teilte Silvia Markus mit. „Das ist nach meiner Kenntnis räumlich nicht möglich.“ ▪ cra

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