L 539: Sanierung der Fahrbahndecke fast beendet

Haltelinien und Linksabbiegespur an der Einfahrt ins Ebbedorf waren bereits am Freitag letzter Woche aufgebracht.

VALBERT -  Im Anstieg der Landstraße 539, zwischen Hösinghausen und der Ortseinfahrt nach Valbert, zogen bereits Ende vergangener Woche die Mitarbeiter der Firma Hitzblech aus Werdohl „ihre Linien“. Bei fließendem Verkehr, der ihnen zum Teil sehr schnell nahe kam, brachten die Fachleute die notwendigen Fahrbahnmarkierungen auf.

Von Jochen Helmecke

In dieser Woche sollen die restlichen „Orientierungshilfen“ für die Verkehrsteilnehmer auch im Bereich der sanierten L 539 bis nach Haumcher Mühle aufgebracht werden. Grundsätzlich gilt bei der Ausführung dieser Arbeiten das Motto: Es bleibt, wie es war.

Sowohl die Linksabbiegerspuren und Fahrbahnrandbegrenzungen als auch Halte- und Mittellinien und die Leitpfosten sollen demnach wie schon vor der Sanierung für einen geordneten Verkehr sorgen.

Wer sich allerdings den bisher abgeschlossenen Teil dieser Arbeiten genauer vor Ort anschaut, könnte Zweifel an der Qualität haben. So sind die Linien farblich nicht „deckend“, sondern weisen zahlreiche Löcher auf, durch die sogar der Fahrbahnbelag erkennbar ist. „Hierbei handelt es sich um einen gewollten Zustand. Wir haben es hier mit einer Agglomeratmarkierung zu tun“, so Ingo Fries von der Straßenmeisterei in Herscheid auf Anfrage der MZ. Agglomeratmarkierungen wurden in Deutschland erstmals 1992 in einer Studie für Markierungen mit verbesserter Nachtsichtbarkeit bei Nässe auf einem Prüffeld auf der A 60 zwischen Mainz und Bingen erfolgreich erprobt. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine Markierung, welche nicht als „zusammenhängender Strich“, sondern „gekleckert oder versprenkelt“ aufgebracht wird. Hauptzweck der Methode: Es wird eine gute Nachtsichtbarkeit bei Nässe über längere Zeit sichergestellt. Grund hierfür ist, dass das Wasser besser abgeführt werden kann und nicht auf der Markierung „liegen“ bleibt. Auch eine höhere Dauerhaftig- und Griffigkeit über die Gebrauchsdauer gegenüber anderen Markierungsarten bietet das Verfahren. Da nur rund 60 Prozent der Markierungsfläche „voll farbig“ abgedeckt werden muss, stellt sich zudem auch noch eine gewisse Materialeinsparung ein. Zwei wesentliche Nachteile gibt es allerdings auch. Bei ungünstigem Blickwinkel und Gegenlicht erscheinen die Linien dunkler als üblich und das Überfahren mit Fahrzeugen verursacht lautere Abrollgeräusche.

Bei den Markierungen auf der „neuen“ L 539 kommen ebenfalls verschiedene Materialien zum Einsatz. So werden die häufiger überfahrenen Linien in Heißplastik hergestellt, in den anderen Bereichen indes reicht normale Farbe aus.

Bevor mit den Markierungsarbeiten begonnen werden konnte, richtete die Firma G-S Straßen- und Tiefbau noch die Bankette her. Mit einem eigens dafür entwickelten Gerät, ähnlich dem zur Asphaltierung der Fahrbahn, wurden diese Bereiche in der vergangenen Woche wieder hergestellt. Ebenso erhält der Parkplatz hinter der Ortslage Valbert (in Richtung Mühlhofe) in dieser Woche noch eine neue Asphaltschicht.

Mit dem Abschluss der seit Mai laufenden Sanierungsarbeiten, sind dann insgesamt rund fünf Kilometer maroder Landstraße wieder in Schuss gebracht worden. Dabei hielten sich die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer dank der abschnittsweisen Teilsperrungen in erträglichen Grenzen. Erhebliche Staus blieben selbst zu Verkehrsspitzenzeiten aus.

Billig war das Ganze allerdings nicht. Mit dem bereits im Jahr 2011 sanierten Streckenteil zwischen Breddershaus und Hösinghausen hat das Land Nordrhein-Westfalen nunmehr rund 3,2 Millionen Euro ausgegeben.

Jetzt können die Verkehrsteilnehmer auf der „topfebenen“ Fahrbahn endlich wieder ruckelfrei unterwegs sein. Allerdings in Bezug auf das Tempo nicht grenzenlos. Denn, auch wenn es mancher Fahrzeugführer eilig hat, die vor der Sanierung existierenden Tempolimits werden wieder eingerichtet und sicherlich nicht nur zu Zeiten des Blitzmarathons von der Polizei kontrolliert.

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