Versorgung mit Ärzten: Standard anheben

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Auch Bürgermeister Jan Nesselrath freut sich, dass Dr. Andrea Biezynski (Mitte) in die Praxis ihres Vaters Dr. Matthias Biezynski einsteigt.

Meinerzhagen - Das Thema beschäftigt die Volmestadt schon lange: Die Stadt und ihre Bürger wünschen sich Fachärzte vor Ort.

Immer wieder wurde in der Vergangenheit darüber geklagt, dass weder ein Augen- noch ein HNO-Arzt in der Volmestadt ansässig ist. Ändern wird sich diese Situation aus Sicht des Meinerzhagener Ärztesprechers Dr. Holger Reimann in nächster Zeit nicht.

„Wir würden uns freuen, wenn ein Augenarzt oder ein HNO-Arzt nach Meinerzhagen käme“, so der Ärztesprecher. Die Gründe, warum dies aber eben nicht der Fall ist, liegen für Reimann auf der Hand: „Es gibt zu wenig Fachärzte und vielen ist das wirtschaftliche Risiko oft einfach zu groß. Hinzu kommt, dass junge Fachärzte oft einfach nicht allein in einer Praxis arbeiten möchten, sondern gern ins Team bereits bestehender Praxen einsteigen.“

Aus der Sicht des heimischen Mediziners müsste die ambulante Medizin gestärkt werden. Gerade für die Ärzte auf dem Land müssten Anreize geschaffen werden. Für Meinerzhagen sei die Niederlassung eines Augen- oder HNO-Spezialisten nicht in Sicht.

Im vergangenen Jahr war der Ärztemangel Thema im Rat. Die Mitteilung von Bürgermeister Jan Nesselrath fiel nach einer Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) ernüchternd aus. Fallzahlen hätten nicht einmal den Bedarf einer halben Stelle ergeben, was einen HNO-Arzt angehe, teilte der Bürgermeister damals mit. Jens Flintrop, Pressesprecher der KV Westfalen Lippe, wies am Freitag in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass von der Kassenärztlichen Vereinigung in diesem Bereich Zahlen für den gesamten Märkischen Bereich zugrunde gelegt werden. Hier sei der Kreis bei der fachärztlichen Versorgung „gut aufgestellt“. Wolle sich dennoch ein Facharzt niederlassen, könne eine Sonderbedarfszulassung erwogen werden. Ein Zulassungsausschuss, bestehend aus drei Vertreten der Krankenkasse und drei Ärzten, würde dann die Versorgungssituation prüfen.

Eine Veränderung gibt es dafür in Meinerzhagen bei der hausärztlichen Versorgung: Seit dem 1. April verstärkt Dr. Andrea Biezynski die Praxis ihres Vaters, Dr. Matthias Biezynski, der als Facharzt für Allgemeinmedizin seit 1987 an der Kampstraße 9 praktiziert. „Mit dieser Ergänzung stellt sich die Praxis als langfristig verlässlicher Eckpfeiler für die medizinische Versorgung der Menschen in Meinerzhagen weiter auf und bietet ihren Patienten auch langfristig eine stabile Versorgungsperspektive“, heißt es in einer Mitteilung von Bürgermeister Jan Nesselrath. Dr. Andrea Biezynski studierte Humanmedizin in Bochum und war im Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum tätig, wo sie ihre facharztausbildung zur Inneren Medizin absolvierte, sowie im Klinikum Nord in Dortmund und im Klinikum Vest in Marl.

„Die Praxiserweiterung und Schwerpunktergänzung um die innere Medizin bedeutet für die Stadt Meinerzhagen einen Erfolg in ihren andauernden Anstrengungen zur weiteren Ansiedlung von Medizinern“, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt. Mit einem Mix aus konkreten Initiativen sowie in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Stellen solle der Standard der medizinischen Versorgung fortlaufend angehoben werden.

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