Kommunalwahlen

Der alte ist der neue Bürgermeister

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Bürgermeister Jan Nesselrath und seine Töchter bei der Internet-Recherche. Vor der Villa im Park glühten gestern auch die Handys.

Meinerzhagen – Schnell war am Sonntagabend klar, dass der neue Meinerzhagener Bürgermeister der alte sein würde.

Amtsinhaber Jan Nesselrath führte schon ganz zu Beginn der Stimmen-Auszählungen, als die Resultate aus den ersten Wahlbezirken eintrudelten. Und das sollte sich im Laufe des Abends auch nicht mehr ändern. Als der überwältigende Sieg von Nesselrath – er holte 70,2 Prozent der Stimmen – gegen 20.30 Uhr endgültig feststand, zeigte sich das alte und neue Stadtoberhaupt erleichtert und dankbar: „Ich bin einfach nur glücklich und ich danke für das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird. Dass ich gewinne, damit hatte ich nicht von vornherein gerechnet, aber ich habe es gehofft. Der SPD-Kandidatin Petra Freudenreich danke ich für den fairen Wahlkampf. Ich freue mich jetzt auf eine gute Zusammenarbeit.“ Die sozialdemokratische „Gegenspielerin“ des Bürgermeisters kam übrigens auf 29,8 Prozent der Stimmen.

Vor der Villa im Park wurde der Wahlausgang verfolgt.

Großbildschirm an der Villa

Vor der Villa im Park hatten sich Vertreter der Ratsfraktionen vor dem Großbildschirm auf der Veranda eingefunden, um den Wahlabend inklusive Bekanntgabe der Ergebnisse gemeinsam zu verfolgen – nur die SPD blieb dem Treffen unter freiem Himmel fern. Die Genossen zogen es vor, die Ergebnisse im Awo-Treff in der Stadthalle gemeinsam zu erleben.

"So ist das Leben"

Damit hatten sie der Konkurrenz an der Villa zumindest Speisen und Getränke, eine Toilette in der Nähe und Sitzplätze voraus. Der guten Laune war das gestern Abend allerdings auch nicht förderlich. „So ist das Leben“, reagierte die geschlagene SPD-Kandidatin auf ihre Niederlage. Allerdings blickte sie gleich auf die kommenden Jahre voraus: „Ich arbeite natürlich weiter im Rat mit, bringe mich und meine Ideen ein. Mir war es ganz wichtig, bei dieser Wahl dagegenzuhalten, als Person und von der SPD. Wir sind weiterhin für die Bürger da. Jan Nesselrath war in der Bevölkerung einfach präsenter, er hatte da als amtierender Bürgermeister wohl einen Amtsbonus“, betrieb Petra Freudenreich noch am Wahlabend Ursachenforschung.

Exakte Voraussage

Einer hatte übrigens genau diesen Wahlausgang vorhergesagt, zumindest was die Bürgermeister-Wahl anging: Raimo Benger. „Das Resultat spiegelt exakt meine Prognose wider“, sagte er.

Auf ein bessereres Abschneiden – auch der eigenen Kandidatin – hatte hingegen Petra Gossen gehofft. Die erfahrene SPD-Kommunalpolitikerin aus Valbert konnte allerdings nach der Stimmen-Auszählung auch nur mit den Schultern zucken: „Es war halt eine schwierige Wahl, auch wegen Corona. Wir konnten unser Programm nicht so rüberbringen, wie gehofft. Das war schade, denn wir haben uns mit unserer eigenen Kandidatin sehr bemüht.“

Ein Achtungserfolg

SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Puschkarsky kann mit dem Ergebnis von Petra Freudenreich bei der Bürgermeister-Wahl leben: „Sie hat fast 30 Prozent der Stimmen erreicht – das ist ein Achtungserfolg. Damit bin ich sehr zufrieden. Wir haben uns bemüht, dem Amtsinhaber Jan Nesselrath – dem ich zur Wiederwahl gratuliere – etwas entgegenzusetzen. Aber man muss auch feststellen, dass er die Früchte aus den vergangenen Jahren geerntet hat. Das trifft beispielsweise auf die Resultate der Regionale 2013 zu, die auch ein wesentlicher Verdienst der SPD und von Erhard Pierlings waren. Und Jan Nesselrath hatte als Bürgermeister natürlich auch einen Amtsbonus, der es der Gegenkandidatin zusätzlich schwierig gemacht hat.“

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