Hilfe bei Zähl-Aktion

Der Nabu lässt die "Wintervögel" zählen

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Die Amsel: Ein Virus bedroht die Vögel. Der Nabu möchte durch die Wintervögel-Zählung nun Infos über die Bestände sammeln.

Meinerzhagen - Wie steht es um die Vogelwelt in Meinerzhagen und im Sauerland? Ist das Sterben der Grünfinken noch aufzuhalten? Infizieren sich immer mehr Amseln mit dem tödlichen Virus Usutu?

Antworten darauf erhofft sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) durch die am Freitag beginnende Zählung der Wintervögel. 514 Vogelfreunde haben im vergangenen Jahr im Kreis an der Aktion „Stunde der Wintervögel“ teilgenommen und Blau- und Kohlmeisen als häufigste Vogelarten gezählt. Jetzt lädt der Naturschutzbund Deutschland wieder ein, vom 4. bis 6. Januar die Vogelwelt zu beobachten. Der Nabu und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), hoffen auf möglichst viele Teilnehmer bei der bundesweiten Vogelzählung.

„Mit besonderer Spannung erwarten wir die Ergebnisse für die Amsel, auf die die Usutu-Epidemie des vergangenen Sommers eine große Auswirkung haben könnte“, so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf und hat vor allem in Norddeutschland zu einem regelrechten Massensterben geführt“, sagt der Experte. Ein milder Winter könne allerdings auch dafür sorgen, dass viele Amseln im Land bleiben und nicht wegziehen.

Die Amsel ist nicht das einzige Sorgenkind der Naturschützer. „Die Art, die bei der Wintervogelzählung über die Jahre am stärksten abgenommen hat, ist der Grünfink“, sagt Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Und: „2018 konnte nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird.“

Die Stunde der Wintervögel sei Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und sie findet bereits zum neunten Mal statt. Mitmachen ist ganz einfach: Eine Stunde lang werden die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park gezählt und dem Nabu gemeldet. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet werden. Zudem sei für telefonische Meldungen am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 08 00/1 15 71 15 geschaltet.

Eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2018 beteiligten sich laut Nabu über 136 000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 92 000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. „Um Doppelzählungen zu vermeiden, ist lediglich die größte jeweils notierte Zahl festzuhalten. Notiert man beispielsweise drei Blaumeisen und zehn Minuten später sieben, gilt nur die letzte Anzahl. Ziel der Aktion ist es, längerfristige Trends in der Vogelwelt zu erfassen“, erläutert Friedrich Petrasch, heimischer Nabu-Pressewart und auch für Meinerzhagen zuständig.

Petrasch fragt: „Bewegen wir uns auf einen stummen Frühling zu? Wie wirkt sich der Klimawandel hinsichtlich der Zugvögel aus dem Norden aus? Bleiben einheimische Vögel in der kalten Jahreszeit verstärkt bei uns?“. Mitte bis Ende Februar sollen dann die Ergebnisse der Zählung veröffentlicht werden, dann auch nach den verschiedenen Landkreisen aufgeschlüsselt.

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