Naturerlebniswanderung lockt 80 Teilnehmer

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Die interessante Exkursion endete schließlich im Stall des Saalberghofes. ▪

VALBERT ▪ Der Erfolg gab ihm recht. Die von Bio-Landwirt Rasmus Berghaus angeregte Naturerlebniswanderung traf kürzlich auf ein unerwartet großes Echo.

80 Teilnehmer, darunter Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, hatte das durch Revierförster Matthias Borgmann und Klaus Kraatz von der Unteren Landschaftsbehörde MK komplettierte Führungs-Trio im Gefolge, als es bei typischem Aprilwetter ins Gelände ging.

Zunächst wurde eine Waldumwandlungsfläche vorgestellt. Wo einst Fichten wuchsen, grasen inzwischen die Berghaus’schen „Pinzgauer“ oder, als weitere alte Rinderrasse, das „Rote Höhenvieh“. Erzeugt wird so nicht nur hochwertiges Fleisch; die extensive Grünlandwirtschaft dient auch den Zielen des Landschaftsschutzes. Dabei geht es um die Offenhaltung der Täler und Hanglagen, die als charakterisierende und prägende Teile des Landschaftsbildes der Mittelgebirge unter besonderem Schutz stehen. Die spezifische Bewirtschaftung sichert die Lebensstätten naturnaher und artenreicher Pflanzen- und Tiergemeinschaften; sie begünstigt den Erhalt und die Optimierung der Naturräume.

Die Sicherung und Entwicklung der besonderen Biotopschutzfunktionen hat in weiten Bereichen des Staatswaldes Priorität. „Täler mit Quell- und staunassen Bereichen sind von der forstwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen“, erläuterte Matthias Borgmann. „Wo etwa die Fichte durch Naturverjüngung den natürlichen Charakter dieser Biotoptypen beeinträchtigt, ist Entfichtung nötig. Das ist eine kostenintensive Sisyphusarbeit, die, wie gerade im Quellental nahe Hösinghausen erledigt, wegen der Trittempfindlichkeit der Flächen von Hand ausgeführt wird.“

Die vielfältigen Waldfunktionen, nicht zuletzt die der Holzproduktion, zu erhalten, sei eine immerwährende Aufgabe und Gratwanderung. Den Interessen der Erholung suchenden Bevölkerung werde durch die Wegeführung entsprochen.

Die Besonderheit bachbegleitender Erlenbruchwälder, von Erlen-Eschenwald, Torfmoosflächen, Kleingewässern wie dem Teich am so genannten Alexanderplatz sowie die Bedeutung feuchter Talwiesen, erläuterte Klaus Kraatz.

Torfmoos etwa als Wasserspeicher beeindruckt mit der Fähigkeit, das 75-fache des eigenen Volumens an Wasser aufzunehmen; oder Nektar spendende Pflanzen, die darauf spezialisierte Insekten ernähren. „Der Rotmilan hat hier seine Kernzone. Etliche Standorte von Pflanzengemeinschaften, die es zu vernetzen gilt, sind EU-weit von Bedeutung.“

Die Exkursion endete im Stall des Saalberghofes bei Silagegeruch, Heuduft und Informationen rund um die Haltung des „Bio-Viehs“. Nach alter Väter Sitte bei Kaffee und frischem Marmorkuchen auf Schwarzbrot serviert. ▪ as

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