Beruf: Mütterpflegerin

Müttern Zeit schenken

Natascha Focke ist Mütterpflegerin.
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Natascha Focke ist Mütterpflegerin. Sie möchte verbinden und zu mehr Verständnis untereinander anregen. Das ist eine ihrer Herzensangelegenheiten.

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, zitiert Natascha Focke ein afrikanisches Sprichwort.

Meinerzhagen - Verschiedene Eindrücke, unterschiedliche Lösungen und das Gefühl der Verbundenheit gibt die Gemeinschaft. Natascha Focke möchte verbinden, sie möchte zu mehr Verständnis untereinander anregen und zur Entlastung jeder einzelnen Mutter. Das ist eine Herzensangelegenheit, sagt sie. Darum sei sie Mütterpflegerin.

Dankbar für die Hilfe

Die Geburt eines Kindes ist eine Phase im Leben, die alles auf den Kopf stellt. Natascha Focke hat diese Phase dreimal erlebt. Und das ganz unterschiedlich. Ihr ältester Sohn Max ist 18, ihre Jüngste, Jana, gerade zwei. Ihre zweite Tochter Emily ist 13 Jahre alt.

Mit jedem Kind sei vieles gleich geblieben, sagt die 35-Jährige, die mit ihrer Familie in Heiligenberg lebt. Nur viel entspannter sei sie heute, meint Natascha Focke. Und das liegt nicht nur an der idyllischen Lage ihres Hauses oberhalb der Lister, das beim Blick vom Garten in Richtung Talsperre immer ein bisschen das Gefühl von Urlaub vermittelt.

Bei der Geburt ihres ersten Kindes war sie selbst noch ein Teenager. „Aber ich hatte immer viele erfahrene Frauen und Mütter um mich herum, die geholfen haben“, ist sie bis heute dankbar für diese Unterstützung, die sie auch in der Mutter-Kind-Einrichtung in Olpe erlebte.

Wichtige Erholungszeit

Einen schreienden Säugling einfach mal abnehmen, aber auch Tipps geben, Fragen beantworten, eine emotionale Stütze sein – „ich hatte Glück, das weiß ich bis heute zu schätzen.“

Eine Ankunft ist etwas Besonderes. Der Familie, insbesondere der Mutter, Ruhe und Zeit geben, um sich zu erholen, um ihr Kind nicht mehr in ihrem Bauch zu erleben, sondern in ihrem Arm, beim Stillen, beim Wickeln, und es auch dabei intensiv kennenzulernen und sich selbst neu orientieren, das braucht Zeit. Zeit, um den besonderen Zauber spüren und genießen zu können. „Auch einer Mama sollte Zeit gegeben werden, um anzukommen“, das wünscht sich Natascha Focke für alle Mütter.

Doch die Wochenbettkultur – eine Woche im Bett, die zweite am Bett und die dritte um das Bett herum – geht immer mehr verloren. Nach der Geburt kommen die meisten Mütter schnell wieder aus dem Krankenhaus nach Hause, „da geht es dann los: Wäschekörbe, Essen machen, vielleicht auch die älteren Geschwister versorgen, das volle Programm.“ Natascha Focke spricht aus Erfahrung. Genau diese hat sie mittlerweile aber auch gelehrt, dass es wichtig ist, „den Druck raus zu nehmen“.

Chance für die Mütter

Und: Nicht immer verläuft bei einer Schwangerschaft oder der Geburt alles komplikationslos. „Wenn dann beispielsweise noch ältere Kinder versorgt werden müssen, können wir wertvolle Hilfe leisten.“

Grundsätzlich biete die Mütterpflege die Möglichkeit, einer Mutter die Chance zu geben, langsam in ihren neuen Tag und in ihr neues Leben zu starten. „Die wenigsten Mütter können doch zugucken, wenn etwas liegen bleibt. Mütterpflegerinnen können einen Teil dieser Aufgaben übernehmen.“

Bedauerlicherweise seien die Angebote und die Möglichkeiten, die mit der Mütterpflege geboten würden, viel zu wenig bekannt. Natascha Focke absolvierte die einjährige Ausbildung an der Schule für Wochenpflege in Rostock. Im Norden der Republik sei die Mütterpflege ohnehin verbreiteter, „hier bei uns muss noch Aufklärungsarbeit betrieben werden“. Und immer wieder muss Natascha Focke dabei betonen, dass Mütterpflegerinnen nicht mit Hebammen zu verwechseln seien und dass ebenso wenig Konkurrenz bestehe. „Eine Mütterpflegerin kann niemals eine Hebamme ersetzen.“ Wohl aber, und das sehr gut, könne sie eine Ergänzung sein und hierbei eigene Schwerpunkte setzen.

Wohlfühlmomente schaffen

Sowohl bereits in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett könne die Hilfe einer Mütterpflegerin in Anspruch genommen werden. „Mütter möchten häufig den eigenen Ansprüchen genügen, sie möchten allem gewachsen sein und laden sich viel zu viel auf. Mütterpflegerinnen können beispielsweise Tätigkeiten im Haushalt übernehmen, die jüngeren Geschwister versorgen, Müttern einfach Wohlfühlmomente und Zeit für sich schenken“, beschreibt die dreifache Mutter. Es sei ihr wichtig, dass Raum für Vertrauen entstehe und sie das Gefühl vermitteln könne, verstanden und akzeptiert zu sein, mit allen Wünschen und Nöten: „Wenn eine Mutter umsorgt wird und sich anlehnen und schonen kann, hat sie Kraft, um alles zu schaffen.“

Kontakt

Weitere detaillierte Informationen finden Interessierte im Internet unter folgender Adresse: www.verbunden-muetterpflge-meinerzhage.de

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