Nahost-Experte Michael Lüders will andere Sicht auf Syrien-Krieg geben

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Der Islamwissenschaftler Michael Lüders spricht am 8. Februar in der Stadthalle über den Syrien-Krieg.

Meinerzhagen - Wer glaubt, dass im Syrien-Krieg Russland, das Assad-Regime und die Dschihadisten die alleinigen schlimmen Konfliktparteien sind, der könnte sich für eine KuK-Veranstaltung im kommenden Jahr besonders interessieren: Michael Lüders hält am Donnerstag, 8. Februar, ab 20 Uhr in der Stadthalle einen Vortrag unter dem Titel „Die etwas andere Sicht auf den Krieg in Syrien“.

Dem Nahost-Experten ist die politische Situation in den islamisch geprägten Ländern vertraut und er möchte über die Ursachen von dortigen Konflikten aufklären, dabei die Rolle der USA beleuchten und etwas zu den Folgen, wie zum Beispiel die Flüchtlingswelle nach Europa, erzählen. Der Islamwissenschaftler geht dabei auf den Krieg in Syrien und auf seine Entstehungsgeschichte ein.

Die Ursache von Konflikten und Unruhen im Nahen Osten sieht er in der Interventionspolitik vor allem der USA und Großbritanniens nach 1945. Unter dem Deckmantel von Freiheit und Demokratie mischen sich laut Lüders westliche Länder in Angelegenheiten souveräner Staaten ein. Britische und amerikanische Geheimdienste verursachten Regierungsumstürze und sorgten seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der islamisch geprägten Welt für Instabilität. Es gehe vielmehr um geostrategische oder andere Interessen, so Lüders.

Außerdem unterscheide die westliche Welt bei verschiedenen Diktaturen stets zwischen „guten“ und „bösen“ Machthabern. Allerdings nicht nach moralischen Maßstäben oder etwa der Überprüfung der Einhaltung von Menschenrechten, sondern nach der politischen und wirtschaftlichen Nähe zum Westen. Lüders skizziert in seinem Buch „Wer den Wind sät“ die Geschichte des Orients seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zur Entstehung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Gebiet Syriens und Iraks.

Vom Sturz des iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh (1953) und des ägyptischen Ministerpräsidenten Gamal Abdel Nasser (1954) bis zu den Kriegen im Irak, in Afghanistan und Syrien, beurteilt Lüders die westlichen Interventionen stets kritisch, betont dabei aber stets Verbrechen oder Gräueltaten der anderen Konfliktparteien nicht relativieren zu wollen. Er wirft den Regierungen westlicher Staaten hingegen Doppelmoral vor und unterstellt ihnen, letztlich nur politische, geostrategische und wirtschaftliche Interessen auf Kosten der Menschen in den besetzten Gebieten zu verfolgen.

Karten für die Veranstaltung können über die Webseite www.kuk-verein.de bestellt werden. Karten kosten im Vorverkauf 10 Euro – ermäßigt 6 – und an der Abendkasse 12, beziehungsweise 8 Euro.

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