Nacht der offenen Kirche als Gemeinschaftserlebnis

Auch der Chor der Jesus-Christus-Kirche beteiligte sich am musikalischen Programm.

MEINERZHAGEN ▪ Mit Bändern geschmückte Maibäume und lachsfarbene Rosen schmückten das Kirchenschiff der Jesus-Christus-Kirche am Pfingstmontag. Gegen Abend strömten die Besucher in Scharen in das Gotteshaus. Bereits zum fünften Mal lud die evangelische Kirche von Westfalen zur Nacht der offenen Kirchen ein.

Ab 19 Uhr begann die Kirchennacht auch in der Volmestadt und bot unter dem Motto „Schmückt das Fest mit Maien!“ eine ganz außergewöhnliche Mischung aus ganz viel Musik, Besinnung, fröhlicher Geselligkeit und Information.

Zu Beginn des Abends wurde an das Pfingstwunder von Jerusalem erinnert, bevor es mit dem Programmpunkt „Meine Nummer eins auf der Hitliste“ erneut spannend wurde. Bekannte Persönlichkeiten aus Meinerzhagen stellten ihr Lieblingslied vor. Musikalisch wurde dieser Teil durch den Flötenkreis der Kirchengemeinde gestaltet, die Rolle des galanten Moderators übernahm Pfarrer Helwig Bröckelmann. Den Auftakt machte Willi Müller, der den Choral „Befiehl du deine Wege“ des evangelisch-lutherischen Theologen Paul Gerhardt auswählte.

Das Lied gebe Kraft auch in schweren Zeiten und künde vom tiefem Gottvertrauen des Kirchenlieddichters, so Müller. Pfarrer Peter-Wilhelm Keinecke hatte sich für ein Wallfahrtslied entschieden, das sich auf den Psalm 122 bezieht, und auch Joachim und Dorothee Stöver brachten den Besuchern ihren musikalischen Favoriten „Du singe meine Seele“ nahe. Es stamme ebenfalls aus der Feder von Paul Gerhardt und habe sie von Kindesbeinen an begleitet. Obwohl Gerhardt zur Zeit des 30-jährigen Kriegs lebte und viele schmerzliche Verluste erlitt, sei er nicht zum Zyniker geworden. Stattdessen habe er sich Glaube, Vertrauen und Zuversicht bewahren können.

Mit einem musikalischen Hochgenuss schloss dieser Teil des Abends ab. Eine Meinerzhagenerin mit großer Stimme stellte ihre Lieblingslieder vor. Christiane Stieper studierte Klavier und Gesang und brachte gefühlvolle Balladen mit Tiefgang zu Gehör.

Jetzt strömten alle auf den Vorplatz der Kirche, wo sich die Besucher köstliche Linsengerichte schmecken ließen. Der zweite Teil wurde vom Chor Querbeet klangvoll eingeleitet. Singend zogen die Sängerinnen und Sänger in die Kirche ein und stimmten besinnliche Kirchenlieder wie „Laudate omnes gentes“ oder „Amazing Grace“ an. Der musikalische Rahmen wurde auch vom Chor der Jesus-Christus-Kirche unter Leitung von Gerlinde Rentrop gestaltet, die ebenfalls begeisterten Applaus für ihre Auftritte ernteten. Nun lud Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase die Besucher zu einer „Kirchenführung mit der Taschenlampe“ ein. Hierzu musste aber niemand seinen Platz verlassen. Stattdessen wurden im abgedunkelten Altarraum nacheinander Spots auf den geschichtsträchtigen Taufstein, den Altar, die Kanzel und die Orgel gerichtet. So stimmungsvoll in Szene gesetzt erschienen die vertrauten Gegenstände buchstäblich in neuem Licht, während der Pfarrer auf ihre Geschichte und Bedeutung einging.

Anschließend konnten sich alle noch einmal vor der Türe die Beine vertreten, leckeres Fingerfood genießen und miteinander ins Gespräch kommen. In der Jesus-Christus-Kirche wurde derweil in Windeseile für ein ganz ungewöhnliches Musikerlebnis umgebaut. Die Jazzmusiker Fritz Schmid (Saxophon), Max Jalali (Kontrabass), Ulf Weiss (Gitarre), Oliver Ilgner (Schlagzeug) und Tobias Link (Posaune) erfüllten das Gotteshaus mit fetzigen Jazzklängen und interpretierten musikalisch Pfingstlieder Martin Luthers.

Gegen 23 Uhr wurde das offizielle Programm der langen Kirchennacht mit der „Missa brevis“ von Gounod beschlossen. Bei lauen Temperaturen konnten die Besucher den erlebnisreichen Abend mit einem Glas Wein am prasselnden Pfingstfeuer ausklingen lassen.

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