Schule und Sport – geht das?

Sport und Schule – seit es Nachmittagsunterricht gibt, ist es oft schwierig, beides unter einen Hut zu bekommen.

MEINERZHAGEN ▪ Die Fußballer brauchen ihn, Handballer, Tischtennisspieler und Turner ebenso. Wer als Vereins-Funktionär oder Trainer sportlich ambitioniert ist, kann auf genügend Nachwuchs nicht verzichten.

Doch wie wirkt sich der in den vergangenen Jahren verstärkt eingeführte Nachmittagsunterricht an den Schulen auf die heimischen Clubs aus? Kommen immer weniger Kinder zu den Übungsstunden?

Als „G 8“, das Abitur nach nur acht Jahren an einer weiterführenden Schule eingeführt wurde, sahen einige Sport-Funktionäre harte Zeiten für die Vereine anbrechen. Schließlich lernen Kinder und Jugendliche in der Schule fürs Leben, Sport ist zwar gesund – bleibt aber „nur“ ein Hobby. Harald Elbertshagen, Vorsitzender des TuS Meinerzhagen, kann für seinen Verein allerdings größtenteils Entwarnung geben: „Unsere Mitgliederzahl hat sich bei etwa 1300 eingependelt.“ Dennoch hat Elbertshagen beobachtet, dass gewisse Veränderungen durch den Ganztagsunterricht eingetreten sind: „Das betrifft vor allen Dingen die Jüngeren. Es sind weniger Kinder da, die Sport treiben sollten. Es kommen hauptsächlich nur noch diejenigen, die ohnehin Sport treiben wollen. Dadurch ist die Leistungsstärke aber besser geworden.“

Der Vorsitzende des größten Meinerzhagener Vereines weist aber noch auf ein ganz anderes Problem hin, mit dem der TuS zu kämpfen hat: „In vielen Abteilungen gibt es bei uns einen Aufnahmestopp. Das hängt mit den Kapazitäten zusammen, die wir in den Sportstätten haben. Momentan könnten wir bestimmt 100 bis 150 Kinder mehr beschäftigen.“ Davon sind viele Altersgruppen betroffen, unter anderem auch die Kleinkindergruppe von Elke Peters. „Da stehen zum Beispiel wegen fehlender Hallenzeiten etwa 20 bis 30 Kinder auf der Warteliste“, weiß Elbertshagen.

Winfried Hösel ist beim RSV Meinerzhagen Vorsitzender des Vereinsjugendausschusses. Was den fußballerischen Nachwuchs beim Traditionsverein angeht, gibt Hösel in Sachen „G 8“ ebenfalls Entwarnung: „Da hat sich der Nachmittagsunterricht nicht unbedingt auf unsere Nachwuchsarbeit ausgewirkt.“ Allerdings hat man beim RSV auf die veränderten Schulzeiten auch reagiert: „Wir haben unsere Trainingszeiten angepasst, sind beispielsweise mit der A-Jugend auf den nicht unbedingt beliebten Montag und 17.30 Uhr ausgewichen.“

Und der RSV geht sogar den „umgekehrten“ Weg: „Wir haben bisher an der Realschule im Rahmen des Unterrichts eine Fußball AG angeboten – das soll möglichst weitergeführt werden. Bei der Jugend wird mit dem Training außerdem so weit wie möglich in den Abend hinein ausgewichen. Allerdings sind dabei auch Vorgaben zu beachten. Wir müssen um spätestens 20.30 Uhr Schluss machen. Das wird durch die Stadt verbindlich vorgeschrieben.“ Eine nicht ganz einfache Situation, da natürlich auch die Seniorenmannschaften auf den Abend angewiesen sind. ▪ beil

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