Nachlese zur Landtagswahl: CDU holt nur vier Bezirke

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Riesenjubel beim Bekanntwerden des sehr guten Ergebnisses für die SPD bei der Wahlparty im Awo-Treff.

MEINERZHAGEN ▪ Der Ausgang der Landtagswahl vom Sonntag hat neben vielen interessanten Aspekten auch für die Parteienszene vor Ort zumindest in zwei Punkten weitere erfreuliche Auswirkungen für Meinerzhagen: Die wegen der Auflösung des Landtags „auf Eis“ gelegten Landeszuweisungen für die lokalen Regionale-Projekte dürften nun relativ kurzfristig abrufbereit zur Verfügung gestellt werden.

Und der neue Superstar der Sozialdemokratie, spätestens seit Sonntag auch die anerkannte und gefeierte „Landesmutter“ Hannelore Kraft, wird ihre Zusage einhalten und als Ministerpräsidentin am 1. Juni die neue Meinerzhagener Südumgehung offiziell freigeben.

Landesweit fuhr die CDU unter Führung des nun vollends demontierten Hoffnungsträgers Norbert Röttgen ein historisch schlechtes Ergebnis ein. Auch in Meinerzhagen büßten die Christdemokraten bei den Zweitstimmen 7,9 Prozent gegenüber der Landtagswahl 2010 ein. Nur noch 29,2 Prozent bedeuten für die in der Volmestadt zuletzt dominierende Partei ebenfalls einen absoluten Tiefststand. Nur in vier der insgesamt 20 Stimmbezirke lag die CDU noch vorn: Im WB Schulzentrum Rothenstein I, im Feuerwehrgerätehaus Willertshagen, in der Ebbeschule Valbert und in der Firma W.u.H Fernholz. Die SPD, die sich gegenüber der vorangegangenen Landtagswahl um 6,8 Prozent auf jetzt 39,2 Prozent verbessern konnte, gewann in 16 Stimmbezirken. Interessant hier auch der Vergleich zum Abschneiden der beiden großen Parteien bei der Kommunalwahl 2009. Da hatte die CDU mit 39,9 Prozent ihre Position als führende politische Kraft in Meinerzhagen weiter ausgebaut und die SPD mit seinerzeit nur 29,3 Prozent klar hinter sich gelassen. Damals wie jetzt bei der Landtagswahl lagen jeweils rund zehn Prozentpunkte zwischen CDU und SPD, nur dass sich diesmal die Verhältnisse umgedreht haben.

Erstmals wieder drittstärkste Partei in Meinerzhagen wurde die FDP, die sich um 1,3 Prozentpunkte auf jetzt 8,6 Prozent verbessern konnte. Leicht zugelegt um 0,4 Prozentpunkte haben auch die Grünen, die mit 8,5 Prozent nur ganz knapp hinter den Liberalen ins Ziel gingen. Ein Minus von 3,3 Prozent fuhren die Linken ein, die mit nur noch 2,3 Prozent deutlich abgeschlagen auf Platz sechs im lokalen Parteienspektrum landeten. Die Piraten, erstmals zur Landtagswahl 2010 angetreten, damals in Meinerzhagen mit nur einem Prozent noch Splitterpartei, verbesserten sich im zweiten Anlauf um 6,6 Prozentpunkte auf stattlich 7,6 Prozent, was deren örtliche Aktivisten als gutes Vorzeichen auch für das für 2014 fest ins Visier genommene erste Antreten bei einer Kommunalwahl in Meinerzhagen werten.

Offenbar gegenseitig befruchtet haben sich am Sonntag in der Volmestadt die Veranstaltung „Meinerzhagener Frühling“ und die Landtagswahl. Stadtbummel und Urnengang wurden miteinander verbunden. Am Ende lag die Wahlbeteiligung mit diesmal 54,1 Prozent deutlich höher als bei der Wahl vor zwei Jahren. Bei den „Sonstigen“ Parteien verbuchten die rechtsradikale Gruppierung „Pro NRW“ mit 120 Stimmen und 1,5 Prozent das beste Ergebnis. Bedeutungslos auch die NPD, die mit 55 Stimmen sogar noch hinter der Tierschutzpartei (58) landete. ▪ -fe

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