Sturm Sabine: Aufräumarbeiten im Wald dauern wohl noch Wochen

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Unmittelbar nach dem Sturm war auch die Meinerzhagener Feuerwehr damit beschäftigt, umgestürzte Bäume von Wegen zu entfernen.

Meinerzhagen - Sabine war recht gnädig. Das Orkantief hat im heimischen Wald am Sonntag und Montag keinesfalls so gewütet, wie Vorgänger Kyrill. Und dennoch: Nach dem Sturm sind einige Forst- und Wanderwege nur schwer oder gar nicht passierbar – und das wird auch noch einige Tage so bleiben.

Revierförster Matthias Borgmann berichtet, dass beispielsweise der Hubertusweg und der Bereich „Auf’m Ebbe“ betroffen sind: „Da liegen noch etwa zehn Fichten über dem Weg.“ Gleiches gilt für den Rothensteiner Kopf und den Großraum Grundlose/Ebbemoore. „Bei ,Sabine’ war es so, dass wir nicht die großflächigen Windwürfe hatten, sondern immer wieder einzelne Bäume gefallen sind“, hat Borgmann festgestellt. 

Diese Hindernisse sollen nun nach und nach entfernt werden. Das könne allerdings noch einige Tage, wahrscheinlich sogar Wochen, dauern. „Wir haben im Moment einfach nicht die Kapazitäten, um das sofort abzuarbeiten“, erläutert der Förster vom Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Generell warnt der Forst-Experte, der für das Revier Beckerhof zuständig ist, immer noch davor, den Wald zu betreten. „Vorsicht ist geboten. Allerdings gilt in weiten Teilen meines Revieres ohnehin ein Betretungsverbot, weil große Bereich Naturschutzgebiete sind.“ Aber auch auf normalen Waldwegen, die für Wanderungen und Spaziergänge genutzt werden können, sei die Gefahr momentan allgegenwärtig, warnt Matthias Borgmann: „Bäume könnten ,angeschoben’ sein und Äste herabfallen.“

Auch beim heimischen SGV hat man bereits auf die Gefahrenlage reagiert. Abteilungsvorsitzender Willi Müller weiß, dass die Situation zurzeit speziell ist: „Der Spruch, dass immer Wanderwetter ist, stimmt nicht. Man muss zurzeit wirklich aufpassen, darauf weise ich auch unsere Wanderführer hin.“ Gebiete, die vom Sturm stärker betroffen waren, werden vom SGV gemieden. „Deshalb haben wir zwei geplante Wanderungen auch abgesagt“, berichtet Müller. Ganz auf Spaziergänge im Wald verzichten einige Wanderführer des SGV aber nicht. „Ich habe allerdings darauf hingewiesen, dass dabei besondere Vorsicht geboten ist. Und generell ist es natürlich auch möglich, Wanderungen ausfallen zu lassen“, sagt der SGV-Vorsitzende. 

Die Forstleute von Wald und Holz.NRW konzentrieren sich nun zunächst darauf, umgestürzte Bäume von Waldwegen zu räumen. „Das ist die Voraussetzung, um in die Wälder zu gelangen und die Orkanschäden zu erheben. Orkanholz zu beseitigen, ist eine der gefährlichsten Aufgaben im Wald und muss daher von Fachleuten besonders umsichtig und ohne Zeitdruck erfolgen“, wird vom Landesbetrieb mitgeteilt. In einigen Höhenlagen, wie zum Beispiel im Kurkölnischen Sauerland – zu dem auch Bereiche auf Meinerzhagener Gebiet gehören –, konnten sich die Forstleute von Wald und Holz.NRW noch gar kein abschließendes Lagebild verschaffen. „Nach ersten Einschätzungen anderer Regionalforstämter wie Oberes Sauerland und Märkisches Sauerland hat der Winterorkan Sabine deutlich geringeren Schäden angerichtet als die Stürme Kyrill und Friederike, die in den Jahren 2007 und 2018 mehrere Millionen Bäume entwurzelt haben“, wird mitgeteilt. Der Grund: Die vorangegangenen Orkane haben die „labileren Standorte“ nach Ansicht von Wald und Holz.NRW bereits abgeräumt. 

Der jüngste Sturm könnte auch noch Auswirkungen haben, die erst in vielen Monaten sichtbar werden: „Sabine hat kräftig an den Bäumen gerüttelt, was dazu führt, dass zahlreiche Feinwurzeln der Bäume abreißen. Gesunde Bäume kommen damit einigermaßen zurecht. Für geschwächte und geschädigte Bäume kann dies das Todesurteil sein“, befürchtet der Landesbetrieb. Wegen der nach wie vor großen Gefahr durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste wurden Rangerwanderungen im Regionalforstamt Nationalpark Eifel und in Südwestfalen für die nächsten Tage übrigens abgesagt.

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