Nach kurzer Beratung Vorwurf eingeräumt

Mit einer ungewöhnlichen Beziehungsgeschichte hatte s jetzt das Hagener Landgericht zu tun.

MEINERZHAGEN ▪ Mit einer ungewöhnlichen Beziehungsgeschichte hatte es jetzt das Hagener Landgericht zu tun. Ein 43-jähriger Meinerzhagener musste sich in zweiter Instanz wegen Nötigung und Bedrohung verantworten.

Laut Anklage hatte der Mann mit seinem Auto an einem Tag im Januar vergangenen Jahres einen 15-jährigen Jungen auf seinem Fahrrad von der Straße auf einen Schotterweg abgedrängt. Anschließend, so der Vorwurf, hatte er ihm damit gedroht, ihn umzubringen, wenn er ihn noch einmal erwische. War Eifersucht das Motiv?

Bei dem Jungen handelte es sich um den Freund einer 15-jährigen Schülerin. Die wiederum unterhielt eine nicht genau definierte Beziehung zum Angeklagten. Aus Liebesbriefen, die sie dem Meinerzhagener hatte zukommen lassen, ging hervor, dass sie sich zu dem Vater einer ihrer Klassenkameradinnen hingezogen fühlte. Der 18 Jahre ältere Mann hatte viel Zeit mit dem Teenager verbracht, wobei es die beiden immer wieder an eine nahegelegene Talsperre verschlagen hatte.

Für den Vorfall mit dem Jungen verurteilte das Amtsgericht Meinerzhagen den Angeklagten zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro und verhängte ein einmonatiges Fahrverbot. Gegen diese Entscheidung legte der 43-Jährige jedoch Berufung ein – mit Erfolg. Vor dem Amtsgericht hatte der Meinerzhagener zwar zugegeben, dass es einen Vorfall gegeben habe, das Abdrängen von der Straße und die Bedrohungen stritt er jedoch ab. Erst durch Zeugenaussagen waren die Vorwürfe als bewiesen angesehen worden.

Die Kammer des Hagener Landgerichts machte jetzt in zweiter Instanz keinen Hehl daraus, dass es im Falle einer kompletten Beweisaufnahme mit allen Zeugenaussagen wohl zu keinem anderen Ergebnis kommen würde. Sollte sich der Angeklagte aber dazu entscheiden, die Vorwürfe einzuräumen, könne über eine vorläufige Einstellung gegen eine Zahlung von 600 Euro nachgedacht werden. Nach einer kurzen Beratungspause mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Täschner, erklärte sich der 43-Jährige mit der Einstellung bereit. „Wenn Sie zahlen, wird das Verfahren endgültig eingestellt“, so die Abschlussworte der Richterin. ▪ jape

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