Nach Großbrand: Brandursache noch unklar

Deutlich sichtbar floss am Mittwochmorgen Öl über die Straße.

Hunswinkel - Nach dem Großbrand in Hunswinkel konnte die Polizei am Donnerstag noch keine Angaben machen, wie es zu dem Feuer in der Lagerhalle des Unternehmens Mourmaux kommen konnte. Erste Ermittlungen wurden bereits am Mittwoch aufgenommen, einen Tag später war die Kriminalpolizei mit einem Brandsachverständigen vor Ort. Die Brandursachenermittlung dauere noch an, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag.

Von Simone Benninghaus

Nach dem verheerenden Brand, bei dem 100 Feuerwehrleute der Meinerzhagener Stadtwehr im Einsatz waren, ist die etwa 1500 Quadratmeter große Halle an der Listerstraße nur noch eine Ruine. Zurückgeblieben ist ein Schaden „im siebenstelligen Bereich“, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Das Gebäude wurde durch die Flammen vollends zerstört – mit ihm die darin untergebrachten Fahrzeuge und Maschinen. Unter anderem zwei große und ein kleinerer Schlepper hätten in der Halle gestanden, berichtete Feuerwehrsprecher Ulrich Blumenrath. Außerdem ein Lkw, ein Unimog sowie ein Bagger. Zerstört wurde auch eine Sammlung historischer Fahrzeuge – bei einem Traktor handelte es sich um ein Unikat.

Nach Einschätzung der Feuerwehr war es ein großes Glück, dass niemand verletzt wurde. Die Ausmaße der Schäden wurden am Mittwoch erst bei Tagesanbruch deutlich. Eine der explodierten Gasflaschen war im Nachbarhaus eingeschlagen, andere Trümmerteile flogen über die Straße und eine Hecke bis zum gegenüberliegenden Grundstück, in einem weiteren Haus unmittelbar neben der Halle platzte eine Scheibe, die Jalousie verschmorte.

Die Hitzeentwicklung sei enorm gewesen, beschrieb der Stadtbrandinspektor die „brisante Situation“ und die Gemengelage, die zum Vollbrand führte. Die Halle sei noch relativ neu und gut isoliert. Ein Schwelbrand habe sich über längere Zeit entwickeln können. „Die Halle wurde praktisch zu einem hermetischen Raum“, so Blumenrath. Anwohner hatten von einem Knall berichtet, die Halle habe dann umgehend in Flammen gestanden.

Die Löscharbeiten der Feuerwehr – die Einsatzleitung hatten Wehrleiter Thomas Decker und sein Stellvertreter Andreas Barutta – dauerten am Mittwoch mehrere Stunden. Bis zum Mittag flackerte das Feuer an verschiedenen Stellen immer wieder auf. Erst am frühen Nachmittag rückten die ersten Einsatzkräfte ab, der Löschzug Haustadt und die Besatzung der Meinerzhagener Drehleiter war bis zum späten Nachmittag vor Ort. Der Löschzug IV wurde dann bis zum Abend noch zweimal benachrichtigt, weil sich Brandnester wieder entzündet hatten.

Die Halle konnte während der Löscharbeiten aufgrund der Einsturzgefahr nicht betreten werden. Eine Acetylenflasche konnte die Wehr allerdings sichern. Das Gas wird für Schweißarbeiten genutzt. Kommt es in Bewegung oder wird erwärmt, entsteht ein explosives Gemisch.

Vorsorglich waren von der Feuerwehr auch Ölsperren auf der angrenzenden Lister errichtet worden. Diese werden laut Feuerwehrsprecher Blumenrath auch noch in den nächsten Tagen bestehen bleiben.

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