Polizei sucht 35-jährige Frau

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Das THW räumte gestern hunderte Cannabis-Pflanzen aus einem Haus an der Kohlbergstraße. 

Meinerzhagen - Nachdem am Montagabend bekannt geworden war, dass bei dem Brand an der Meinerzhagener Kohlbergstraße eine Cannabis-Farm aufgeflogen war, hat sich nun auch die Polizei offiziell geäußert.

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Iserlohn, erklärte gestern auf MZ-Anfrage, dass aktuell nach einer 35 Jahre alten Kroatin gesucht werde. Diese sei die Mieterin des Reihenmittelhauses, das auf beiden Etagen zur Züchtung von Hanfpflanzen zweckentfremdet wurde (die MZ berichtete gestern). Polizeibekannt sei die Dame noch nicht.

Der Besitzer des Hauses selbst stehe nicht im Fokus der Ermittlungen: Nach Einschätzung der Beamten habe er wohl von den Vorgängen nichts gewusst, auch sei ein ganz normaler Mietvertrag geschlossen worden.

Zu den mit dem Anbau erzielbaren Mengen wollte sich die Polizei nicht äußern, zumal dies auch immer von verschiedenen Faktoren abhängig sei. Allerdings wurde die Zahl der Pflanzen noch mal deutlich nach oben korrigiert. Nach aktuellen Schätzungen handelt es sich um rund 300 bis möglicherweise sogar 500 Cannabis-Pflanzen. Das lasse sich nach der Beweissicherung nicht mehr zweifelsfrei nachhalten, wie es gestern hieß. In jedem Fall stehen immense Mengen im Raum.

Die Polizei geht davon aus, dass die Drogen überregional verkauft werden sollten. „Das wurde nicht nur für den Meinerzhagener Raum gezüchtet“, sagte der Pressesprecher gestern. Diesbezüglich stünde man aber erst am Anfang der Ermittlungen. Boronowski machte aber deutlich: „Es handelt sich hier in jedem Fall um einen Verbrechenstatbestand, für den einige Jahre Gefängnis drohen.“

Noch nicht fest steht die Brandursache. Aber schon jetzt geht die Polizei davon aus, dass Probleme mit der unfachmännisch montierten Elektrik zu dem Brand führten. Es komme immer mal wieder vor, dass Hanfplantagen durch Geruch, hohen Stromverbrauch oder Wärmeentwicklung auffallen.

Dass aber die dilettantische Verdrahtung einen Brand auslöst und die Feuerwehr über die Pflanzen stolpert, ist selbst für die erfahrenen Ermittler ungewöhnlich: „So was habe ich in den neun Jahren meiner Pressesprecher-Tätigkeit noch nicht erlebt“, staunt selbst Dietmar Boronowski.

Die Frage, wie so viele ungewöhnliche Gegenstände unbemerkt in das Objekt gelangen konnten, stellt sich für ihn allerdings nicht: „Was ich so beim Renovieren alles ins Haus trage, interessiert doch niemanden.“ Die Ermittlungen des zuständigen Fachkommissariats laufen nun auf Hochtouren, auch die 17Brandsachverständigen haben noch Arbeit vor sich.

Markus Klümper

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