Meinerzhagener Hilfsaktion

Mit Treckern und Bagger ins Ahrtal

Dieses erschütternde Foto wurde aus einem Trecker der Meinerzhagener Helfer aufgenommen. Es zeigt das Ausmaß der Schäden.
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Dieses erschütternde Foto wurde aus einem Trecker der Meinerzhagener Helfer aufgenommen. Es zeigt das Ausmaß der Schäden.

Die Verwüstungen, die das Hochwasser im Ahrtal angerichtet hat, haben Christoph Rötelmann tief beeindruckt. Für den Eseloher war dann auch schnell klar: „Wir müssen den Menschen helfen.“ Und so kam es dann auch.

Meinerzhagen – Am Mittwoch vergangener Woche machte sich Rötelmann mit acht Freunden auf den Weg ins Ahrtal. Zu der Fahrzeugkolonne, die nachts um 3.30 Uhr zu der Mission aufbrach und am Morgen gegen 7.30 Uhr im Katastrophengebiet ankam, zählten sechs schwere Trecker mit Anhängern, ein Tieflader mit einem Bagger und zwei Begleit-Pick-Ups. Torsten Schmidt, Dominik Otte, Florian Hundt, Julian Kukulies, Niklas Alschner, Fabian Lück, Alex Bischkopf, Nicolai König und Christoph Rötelmann blieben bis Freitag im verwüsteten Altenahr – sie werden diese drei Tage nie vergessen.

Vorbesprechung mit dem Einsatzleiter

Die Helfer aus Meinerzhagen wurden an der Ahr bereits erwartet. „Wir sind nicht einfach auf gut Glück dorthin gefahren, sondern haben das vorher mit dem dortigen Einsatzleiter abgesprochen. Eingesetzt wurden wir hauptsächlich am Flussbett“, berichtet Rötelmann. Die Hänger der Trecker wurden dort mit unterschiedlichstem Material beladen, das die Ahr angeschwemmt hatte. Das war „klassisches“ Treibgut, aber auch Fahrgestelle von vollkommen zerstörten Wohnwagen. „Das alles wurde grob sortiert, etwa nach Baustoffen, Holz oder Schlamm“, erinnert sich der Eseloher. „Wir haben das dann auf ein Gelände gefahren, wo eine Art Zwischenlager eingerichtet worden war. Dort wurde alles von Sattelschleppern abgeholt und weg transportiert“, beschreibt der Helfer aus dem Listertal.

Für die neun Meinerzhagener lief der ganze Einsatz nach Plan. Trecker und Bagger wurden vor Ort von der Bundeswehr kostenlos mit Diesel versorgt. Und auch die Verpflegung der Mannschaft klappte reibungslos. „Ein Pommesbuden-Besitzer hatte einen Stand aufgebaut. Dort konnten wir essen. Und auch die Bundeswehr versorgte die Einsatzkräfte mit Speisen und Getränken“, berichtet Rötelmann.

Angst vor einer neuen Flut

Was die Meinerzhagener an der Ahr zu sehen bekamen, war erschütternd: Vollkommen zerstörte Häuser und Straßen, kaputte Brücken, eine Infrastruktur, die praktisch nicht mehr existiert. „Manchmal haben wir Einheimische getroffen und mit ihnen gesprochen. Viele sind der Meinung, dass es dort nie wieder so aussehen wird wie vor der Katastrophe. Und viele stellen sich auch die bange Frage, ob sich solche verheerenden Hochwasser in Zukunft öfter wiederholen“, beschreibt Rötelmann die Verzweiflung, die bei vielen Menschen herrscht und fügt hinzu: „Uns wurde außerdem gesagt, dass wir wieder willkommen sind, wenn ein Stück mehr Normalität eingekehrt ist. Aber so weit denken die Menschen dort eigentlich noch gar nicht.“

Im Nachhinein sind Christoph Rötelmann und das ganze Helfer-Team aus Meinerzhagen froh, dass sie die Strapazen drei Tage lang auf sich genommen haben. Jedem, der im Ahrtal ebenfalls anpacken möchte, rät er allerdings: „Nicht auf eigene Faust losfahren, vorher mit der Einsatzleitung vor Ort sprechen.“

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