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Nach A 45-Sperrung: B 54 soll entlastet werden

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Von: Thomas Machatzke

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Genervt von der A 45-Sperrung: Mitglieder der Bürgerinitiative gingen am Freitag auf die Straße.
Genervt von der A 45-Sperrung: Mitglieder der Bürgerinitiative gingen am Freitag auf die Straße. © Cornelius Popovici

Nur zehn Tage nach der Sondersitzung zur A45-Sperrung wird sich der Rat der Stadt Lüdenscheid am kommenden Montag erneut mit dem Thema auseinandersetzen. Ein wichtiger Punkt dabei: Die mögliche Verhinderung von Umleitungsverkehr auch auf der Bundesstraße 54 zwischen Meinerzhagen und Hagen.

Lüdenscheid/Volmetal – Rückblick: Am Freitag wurde im Rahmen der Sondersitzung am Ende in aller Kürze eine Anregung der Bürgerinitiative A45 zum Umleitungsverkehr mit 34 Ja-Stimmen und einer Enthaltung angenommen, nach der der Bund dazu aufgefordert wird, „rechtlich und tatsächlich alles zu ermöglichen, den überregionalen Autobahnverkehr, insbesondere Lkw, aus dem Stadtgebiet Lüdenscheid herauszuhalten“. Profitieren würden dafür freilich auch die übrigen Anlieger-Kommunen, die unter der Verkehrslast leiden. Ein Brückenwächter wäre ein Mittel der Wahl.

Forderung nach Entlastung

Am nächsten Montag steht ein sehr ähnlicher Antrag aller fünf im Lüdenscheider Rat vertretenen Fraktionen auf der Tagesordnung: „Der Rat fordert Land und Bund auf, unter Einbindung der durch die Sperrung der Rahmedetalbrücke betroffenen Kommunen und des Bürgerbeauftragten alles dafür zu tun, um eine spürbare Entlastung unserer Region zu erwirken“, heißt es im Antrag, „konkret müssen folgende Ziele zum Schutz der Region umgesetzt werden: Ein Durchfahrtsverbot für den überregionalen Schwerlastverkehr, ausgenommen Quell- und Zielverkehr, muss für folgende Streckenabschnitte eingerichtet werden:

. auf den Bedarfsumleitungen U16 und U39 in Lüdenscheid

. auf der B 54 im Volmetal zwischen Hagen und Meinerzhagen in beiden Fahrtrichtungen

. auf der B 236 im Lennetal zwischen Letmathe und Werdohl in beiden Fahrtrichtungen

. auf der L 528 zwischen Halver und Kierspe

. auf der L 561 zwischen AS Lüdenscheid-Süd und B229 in beiden Richtungen.“

Alternativ sollen andere Möglichkeiten geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden, die dazu dienen, den Schwerlast-Durchgangsverkehr zu reduzieren und zu kontrollieren.

Weiträumige Umleitungen

Eine Möglichkeit wäre die bereits mehrfach vorgeschlagene „Blockabfertigung“. Weiträumige Umleitungen des überregionalen Schwerlastverkehrs, ausgenommen Quell- und Zielverkehr in der Region, müssten rechtssicher umgesetzt werden. Der Antrag zählt danach noch die Möglichkeiten auf, wie der Verkehr weiträumig umgeleitet werden kann. Außerdem fordern die Fraktionen die „Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Neubau der Rahmedetalbrücke durch den Bund“ und die „Schaffung notwendiger lnstrumente für einen finanziellen Ausgleich der Schäden an Verkehrsinfrastruktur, sonstiger lnfrastruktur sowie an Gebäuden entlang der Umleitungsstrecken, beispielsweise durch einen Sonderfonds“.

Am Freitag zum Auftakt der Sondersitzung hatte Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer in Richtung Dirk Stiepert (Autobahn GmbH), Ludger Siebert (Straßen.NRW) und Dr. Stefan Krause (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) festgestellt: „Schwerlastverkehr über fünf Jahre in dieser Form zu dulden, ist keine Option. Wir werden uns als Lüdenscheider zur Wehr setzen.“ Das klang zunächst gut, aber der Ton, in dem er dies vortrug, war kein sehr kämpferischer. Auch im Nachgang war Wagemeyer mehr als Mediator zwischen aufgebrachten Bürgern und hochrangigen Gästen unterwegs denn als unerbittlicher Forderer. Wagemeyer setzt – das betonte er gleich an mehreren Stellen – auf Kommunikation. Unterm Strich blieb vieles unbefriedigend. Die CDU hatte das Füssen-Beispiel als Möglichkeit einer „Blockabfertigung des Verkehrs“ (als Alternative zum Brückenwächter) angeführt. Abgelehnt mit dem Hinweis, dass eine „Einengung der Bedarfsumleitung“ rechtlich nicht möglich sei. „Was in Füssen möglich ist, sollte in Lüdenscheid nach deutschem Recht doch eigentlich auch möglich sein“, stellte CDU-Ratsherr Christoph Weiland fest und schüttelte den Kopf. So wie René Jarackas, der vor der Sondersitzung die Demonstration für die Bürgerinitiative A45 angemeldet hatte und im Kulturhaus eine Unterschriftenliste übergab. Jarackas berichtete vom Haus an der Umleitungsstrecke Im Grund, das er mit Anfang 20 von seinen Urgroßeltern übernommen hatte. „Nichts hat mehr Wert“, sagte er. Er sei enttäuscht, sprachlos, entsetzt und gekränkt. Und die Antworten des Tages? Auch da hatte Jarackas eine klare Meinung. „Ausweichend und ausflüchtend“, nannte er sie. Die Kommunikation, sie hat noch viel Luft nach oben.

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