Corona und die Folgen

Das Vereinsleben steht weiter still

Auch der Chor „Reine Frauensache“ muss momentan pausieren. Seit Monaten schon sind Proben der Frauen nicht möglich.
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Auch der Chor „Reine Frauensache“ muss momentan pausieren. Seit Monaten schon sind Proben der Frauen nicht möglich.

Ende Januar wird sich Deutschland nahezu drei Monate lang im Lockdown befunden haben. Eine „Unterbrechung“ bildete lediglich der etwa zweiwöchige Zeitraum zwischen Ende November und Mitte Dezember. Auch für Musikvereine vielerorts ist die Corona-Krise schon längst weit mehr als nur eine Hängepartie.

Meinerzhagen – Meinerzhagen bildet hierbei absolut keine Ausnahme. Gemeinschaftlich proben können die heimischen Chöre und Orchester seit Monaten nicht.

„Wir hatten unsere letzte Probe in Kleingruppen am 15. Oktober bei Theo Eckmann“, berichtet Christina Radermacher, Vorsitzende des Chors Reine Frauensache, im MZ-Gespräch. Im Saal des Bestattungsunternehmers am Hubertusweg hatte der Frauenchor im Sommer und Frühherbst in Kleingruppen geprobt. Hinzu kam eine Gemeinschaftsprobe im großen Übungsraum des Kulturvereins „mach was“ in Lüdenscheid Anfang Oktober. Natürlich alles unter Einhaltung sämtlicher geltenden Corona-Regelungen.

Keine Proben seit 15. Oktober

Eigentlicher Probeort des circa 25-köpfigen Ensembles ist ein seitens der Stadt Meinerzhagen zur Verfügung gestellter Proberaum in der Sekundarschule. Doch diesen dürfen die Sängerinnen seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 nicht mehr nutzen. Und seit dem 15. Oktober wird nun also gar nicht mehr geprobt. „Nachdem die Inzidenzzahl über 35 gestiegen war, haben wir gesagt, wir hören auf, weil uns das zu heikel wurde“, erklärt Christina Radermacher.

Der Blick aufs Jahr 2020 ist ernüchternd: Keinen einzigen Auftritt gab es für den Chor – auch nicht im Sommer, als die Corona-Maßnahmen etwas gelockert waren. Man hätte im Sommer sicherlich etwas machen können, habe aber keine Unterstützung erfahren, so die Vorsitzende. Immerhin: Zumindest konnte die Jahreshauptversammlung stattfinden, denn diese war noch vor dem Frühjahrs-Lockdown terminiert. Bekanntlich wurde Christina Radermacher hierbei zur neuen Vorsitzenden gewählt.

Keine Pläne für 2021

Apropos Vorstandsarbeit: Diese findet bei dem Frauenchor in Corona-Zeiten per E-Mail und per Whats-App-Gruppe statt. Planen lässt sich für 2021 aber aufgrund der Pandemie natürlich noch nichts. Und so gibt es auch noch keinen Termin für die Jahreshauptversammlung. Notfalls könnte diese online per Videokonferenz abgehalten werden.

Hingegen konnte die Jahreshauptversammlung des Fanfarenzuges Meinerzhagen im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Daher wird der Verein in diesem Jahr nun zwei durchführen – eine für 2019 und eine für 2020. Wann, das ist Corona-bedingt derzeit freilich noch offen.

Fanfarenzug: Nur wenige Proben

Ähnlich wie beim Frauenchor Reine Frauensache verlief das Jahr 2020 auch für den Fanfarenzug ernüchternd. Zwar hatten die Musiker zu Jahresbeginn noch Termine wegen Karneval, doch mit Beginn des Lockdowns im März gab es dann keinerlei Auftritte mehr. Auch Proben gab es nur wenige – und diese zudem unter freiem Himmel. Seit Ende des Sommers fanden keine mehr statt. „Im Sommer und Spätsommer durften wir im Freien proben, auf einem Gewerbegrundstück bei einem Freund des Vereins. Danach wurde es zu kalt“, berichtet Daniel Selbach, Vorsitzender des Fanfarenzuges, im MZ-Gespräch. „Ich war dann in intensivem Kontakt mit der Stadt Meinerzhagen, um andere Probemöglichkeiten zu finden. Doch die Auflagen des Landes NRW haben Proben nicht zugelassen.“

Entsprechend steht auch beim Fanfarenzug das Vereinsleben seit Monaten still - keine einfache Situation für die circa 25 Musiker. „Schmerzlich vermissen wir die Gemeinschaft, die durch die Proben hochgehalten wird“, betont Daniel Selbach. Doch zumindest für die Vorstandsarbeit konnte eine praktikable Lösung gefunden werden. „Der Vorstand tagt regelmäßig per Telefonkonferenz“, erklärt Daniel Selbach. Konkret geplant werden kann für 2021 aufgrund der Pandemie aber freilich noch nichts. Und so werden wohl auch Auftritte noch eine ganze Weile auf sich warten lassen müssen. „Es gibt erste Anfragen, allerdings erst für die zweite Jahreshälfte.“

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