Für die Musik ist es nie zu spät

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Ein Mutter-Töchter-Trio: Kerstin Cox lernt Akkordeon, ihre beiden Töchter Mia und Lotta Blockflöte. 

Meinerzhagen – „Früh übt sich“, heißt es. Aber auch: „Es ist nie zu spät.“ Für die Musik gilt beides. Die jüngsten Musikschüler, die in der Musikschule Volmetal ein Instrument lernen, können noch nicht einmal lesen; die ältesten haben Schul-, und Berufszeit schon lange hinter sich.

Walburga Funke ist eine begeisterte Klavierschülerin – mit über 70. Zusammen mit ihrer heute 16-jährigen Enkelin habe sie sich zum ersten Mal ans Klavier gesetzt, erinnert sich die Meinerzhagenerin. „Ich kannte keine Noten – nichts“, schmunzelt sie. Dafür hatte Walburga Funke ein Klavier. „Meine Tochter hat 13 Jahre Klavier gespielt. Als sie nach der Schule zum Studium ging, hat sie ein elektrisches Klavier mitgenommen“, erzählt die begeisterte Musik-Liebhaberin. Das wuchtige Stück stand nun zu Hause. Unbenutzt sollte es nicht bleiben.

Zusammen mit der Enkelin nahm Walburga Funke Unterricht bei Musiklehrer Robert von der Beck. Mit ihrer Enkelin spielt sie immer noch – und seit wenigen Wochen auch mit Enkel Finn. Der sechsjährige Erstklässler möchte in die Fußstapfen seiner musikalischen Familie treten. Zusammen mit der Oma und der großen Schwester macht das Üben Spaß. Allerdings: Den Musikgeschmack der Oma teilen die Enkel nicht unbedingt. „Mein Mann und ich sind Jazz-Fans. Daher spiele ich besonders gerne Boogie.“ Ob das dritte Enkelkind, Walburga Funkes jüngste Enkelin, auch einmal Klavier spielen wolle, werde sich noch zeigen. „Vielleicht spielt auch sie noch mit der Oma.“ 

Ein musikalisches Trio sind auch Kerstin Cox und ihre beiden Töchter Lotta und Mia. Der Weg zur Musikschule führte für Mutter Kerstin vor sechs Jahren über ihre Töchter. Lotta und Mia erkoren die Blockflöte zu „ihrem“ Instrument, Kerstin Cox schloss sich an und lernte Altblockflöte. Häufige Erkältungen sorgten aber für ein Problem: „Mir blieb beim Flötespielen immer die Luft weg, wenn ich erkältet war“, erzählt sie. Daher wechselte sie schließlich Ende vergangenen Jahres nicht nur die Tonart, sondern auch das Instrument. Die 38-Jährige entschied sich für das „Jahrhundertinstrument“, wie Bezirksleiterin Barbara Ohin das Akkordeon nennt. „Ich wollte auch etwas haben, das nur für mich ist“, begründet Kerstin Cox die Wahl. „Auszeitinseln“ seien für die dreifache Mutter und Bereitschaftspflegemutter wichtig. Sie backe auch gern, erzählt die Meinerzhagenerin – davon profitiert dann allerdings auch ihre Familie.

Zeit zum Üben – 15 Minuten täglich sollten es sein – finde sie leider im „Mutter-Alltag“ nicht immer. Lehrerin Barbara Ohin zeigt Verständnis: „Zum Glück hat sie ein großes Herz, wenn ich länger für ein Lied brauche“, ist Kerstin Cox froh. Als Mutter „rutsche“ die Musik manchmal einfach nach hinten, mache dafür aber nicht weniger Freude. Nach einer ausgiebigen Unterrichtsstunde „explodiere“ ihr manchmal der Kopf. „Aber es macht Spaß, wenn es anstrengend ist. Das fordert einen“, hat Kerstin Cox festgestellt. Kinder würden das Instrument wahrscheinlich schneller und unbeschwerter lernen, glaubt sie, hat aber kein Problem damit, wenn die Probe zu Hause manchmal „totales Chaos“ ist. Tasten, Knöpfe, Balg, Noten lesen – und atmen: „Alles gleichzeitig zu machen, ist gar nicht so einfach.“

Auch Expertin Barbara Ohin weiß, dass das Akkordeon nicht unbedingt eines der „leichtesten“ Instrumente ist. Dafür könne man mit einfachen Griffen ein Lied spielen und auch selbst begleiten. Besonders im Erwachsenenbereich gilt für sie: „Jeder lernt anhand seiner Möglichkeiten.“ Musikschüler im Erwachsenenalter seien jedoch gar nicht so selten. „Viele haben dann einen besonderen Anspruch. Aber in erster Linie lernt man für sich selbst“, ermutigt sie, dass es für die Musik, beziehungsweise für das Erlernen eines Instrumentes, nie zu spät ist. „Allerdings“, betont Barbara Ohin: „Ein Ziel muss jeder haben.“ Für Kerstin Cox ist es das nächste Schülervorspiel, bei dem sie zusammen mit ihren Töchtern auftreten möchte.

Informationen Wer sich für den Musikunterricht und die Angebote der Musikschule Volmetal interessiert, kann sich an die Musikschule in Meinerzhagen, Am Schulplatz, wenden. Telefonisch ist sie erreichbar unter der Rufnummer 02354/13008, per E-Mail: meinerzhagen@musikschule-volmetal.de

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