Musikalisch das neue Jahr begrüßt

Die Philharmonie Südwestfalen beim Neujahrskonzert in der Stadthalle.

MEINERZHAGEN ▪ Die musikalischen Neujahrsgrüße der Philharmonie Südwestfalen kamen in diesem Jahr mit italienischer Leichtigkeit daher.

Dafür war vor allem Gastdirigent Giuliano Betta verantwortlich, der mit Charme und Humor durchs Programm führte.

Betta stammt aus La Spezia in Norditalien, studierte Klavier, Komposition und Dirigieren und wurde zu Beginn der Spielzeit 2010/11 zum Ersten Kapellmeister des Theaters Basel ernannt.

Die musikalische Reise führte nach Italien. Italienische Komponisten und Opern, die dort spielen, bestimmten das Programm in der Stadthalle. Gemäß dem Konzerttitel „Mit Schwung ins neue Jahr“ startete das Orchester spritzig und virtuos mit Rossinis Ouvertüre zu „La gazza ladra“ („Die diebische Elster“). „Wie ein perfekt geölter Motor - das klingt nicht schlechter als ein Ferrari oder Mercedes“, so Giuliano Betta augenzwinkernd. Nun stimmten die Celli melancholische Klänge an, ergreifend und ausdrucksstark erklang das „Intermezzo“ aus Puccinis Oper „Manon Lescaut“. Rasant und hochdramatisch ging’s mit „La Tragenda“ aus Puccinis „Le Villi“ weiter. Die Oper erzählt die Geschichte einer betrogenen Frau, die vor Gram stirbt. Ihre Seele vereinigt sich mit den „Wilis“– den Seelen toter Frauen, die ein ähnliches Schicksal erlitten. Der untreue Verlobte wird schließlich in einen rasenden Tanz mit diesen Wesen gezogen, die ihn nicht loslassen, bis er tot zu Boden sinkt. Auch die „Procession des Nonnes“ aus Meyerbeers „Robert le diable“ (Robert der Teufel) wurde mitreißend zu Gehör gebracht. Zuvor informierte Giuliano Betta über den Hintergrund des Werks: In dieser Szene muss Robert, der aus einer Liaison der Herzogin der Normandie mit dem Teufel stammt, dies jedoch nicht weiß, auf dem Grab der heiligen Rosalie einen Zweig abbrechen. Das hatte ihm der Teufel in Gestalt eines guten Freundes eingeflüstert. So könne er Zauberkraft erlangen und das Herz seiner Angebeteten gewinnen. Auf dem Friedhof angekommen, öffnen sich plötzlich alle Gräber. Aus ihnen steigen Nonnen, die zu tanzen beginnen und sich bald in verführerische junge Frauen verwandeln. Doch Robert erfüllt seine Aufgabe und bricht den bösen Zauber.

Weitere musikalische Glanzstücke wie Franz von Suppés „Banditenstreiche“ oder der Lagunen-Walzer aus der „Nacht in Venedig“ begeisterten das Publikum.

„Mille grazie“, dankte der Vorsitzende des KuK-Vereins Fritz Schmid dem Dirigenten und den Musikern abschließend. Sein Dank galt aber auch den zahlreichen Sponsoren des Vereins. „Sie ermöglichen es uns ein so tolles Programm zusammenzustellen.“ Mit einigen Bravo-Rufen und anhaltendem Applaus forderte das Publikum eine Zugabe, die die Philharmonie gerne gewährte. Die Musiker brachten den feurigen „Banditengalopp“ zu Gehör, der – garniert mit einem Schuss aus einer Schreckschusspistole – begeistert aufgenommen wurde. Natürlich durfte auch der Radetzkymarsch nicht fehlen, der jedes Neujahrskonzert beschließt. Sofort klatschten alle begeistert mit. Doch mit einem Augenzwinkern übernahm auch hier Giuliano Betta die Leitung und dirigierte auch das Publikum. ▪ ps

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