Sturz in Wiebelsaat zieht Klage nach sich

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Für einen 45-jährigen Motorradfahrer wird am Ortseingang Wiebelsaat zu später auf das Tempolimit hingewiesen.

Meinerzhagen - Der Vorfall ist lange her, doch er wirkt noch bis heute nach: Am 24. Mai 2010 stürzte ein 45-jähriger Motorradfahrer über eine Bremsschwelle, die Verkehrsteilnehmer am Ortseingang von Wiebelsaat zwingen soll, die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu drosseln. Der Mann verletzte sich – und reichte Klage gegen die Stadt Meinerzhagen ein.

Von Thomas Krumm

Seiner Meinung nach war der Abstand zwischen einem entsprechenden Warnschild und der Bremsschwelle zu gering, um noch rechtzeitig auf den Hinweis reagieren zu können. Die Stadt wies diese Darstellung zurück und wehrte sich im Rechtsstreit vor der 9. Zivilkammer des Hagener Landgerichts gegen die Schadensersatzansprüche des Klägers.

In dieser Woche sollte eigentlich eine Entscheidung fallen, doch das Gericht machte deutlich, dass zuvor noch die Frage geklärt werden muss, ob ein durchschnittlicher, besonnener Motorradfahrer durch das Schild angemessen auf das Hindernis vorbereitet wird. Weil diese Frage für die 9. Zivilkammer weder durch die Fotos vom Ort des Geschehens noch einen möglichen Ortstermin zu beantworten ist, müsste ein entsprechender Gutachter die genauen Verhältnisse vor Ort unter die Lupe nehmen. Damit dieser aber überhaupt tätig wird, müsste der Motorradfahrer einen Kostenvorschuss von 1500 Euro auf den Tisch legen. Sollte das Gericht ihm im weiteren Verfahrensverlauf Recht geben, könnte er diese Kosten gegenüber der Stadt geltend machen. Der Kläger sei sich angesichts dieser Sachlage aber „nicht mehr so sicher, ob er den Rechtsstreit weiter durchziehen wolle“, gab Jan Schulte, Sprecher des Landgerichts, gegenüber der MZ die Stimmung wieder.

Der Motorradfahrer hatte den Ortseingang von Wiebelsaat als letzter in einer Kolonne von Motorradfahrern passiert. Die anderen hatten das Hindernis umfahren. Er habe jedoch einen so großen Abstand gehabt, dass er auf diesem Wege nicht mehr auf das Hindernis aufmerksam wurde, erklärte der 45-Jährige. Ob das Verfahren nun beendet und die Klage möglicherweise zurückgezogen wird, muss er nun entscheiden. Der Preis für eine Fortsetzung scheint hoch.

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