Verhandlung nach Verkehrsunfall an „Obi-Ausfahrt“

Meinerzhagen - Nachdem er einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte, musste sich ein 26-jähriger Lüdenscheider am Dienstag wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. Jetzt muss er 1500 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen.

Am 10. April stand der Angeklagte mit seinem Audi in Meinerzhagen an der „Obi-Ausfahrt“, wollte links auf die L539 abbiegen. Von links näherte sich ein Wohnmobil, das jedoch laut Angeklagtem rechts zu Obi abbiegen wollte. Da er dahinter kein weiteres Fahrzeug erkennen konnte, fuhr der 26-Jährige los. In dem Moment überholte ein Motorrad mit Vater und 15-jährigem Sohn das Wohnmobil. Kurz darauf stieß es mit dem Wagen des Angeklagten zusammen. Die beiden Motorradfahrer mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Am Dienstag erklärte der Angeklagte, das Motorrad vorher nicht gesehen zu haben. Der Lüdenscheider gab zu, dass er besser hätte warten sollen, bis das Wohnmobil abgebogen wäre und er freie Sicht gehabt hätte. Der Geschädigte gab im Zeugenstand an, sich nicht an alles erinnern zu können. Er habe den Angeklagten vorher bereits gesehen, sei aber davon ausgegangen, dass er stehen bleibe. Plötzlich sei er jedoch losgefahren.

„Ich habe eine Vollbremsung gemacht, dann hat das Hinterrad blockiert und ich bin ins Schleudern gekommen“, berichtete der 42-Jährige. Danach könne er sich nur noch daran erinnern, auf dem Boden gelegen zu haben.

Aus einem Attest ging hervor, dass der Motorradfahrer 19 Tage mit Bein- und Beckenbruch sowie Kopfverletzungen im Krankenhaus, teilweise auf der Intensivstation, gelegen hatte. Der Sohn trug einen Schlüsselbeinbruch davon. Feste Motorradkleidung trugen Vater und Sohn am Unfalltag nicht. Unfallzeugen berichteten, der Fahrer des Motorrades sei gegen die linke Vorderseite des Audis geprallt und dann gegen die Frontscheibe gefallen. Der Sohn sei ein Stück durch die Luft gewirbelt worden.

Am Ende entschied das Gericht, dass sich beide Unfallbeteiligten nicht „optimal“ verhalten hätten. Deshalb stellte der Vorsitzende das Verfahren vorläufig gegen Auflage ein. Zahlt der Angeklagte 1500 Euro, wird die Akte geschlossen.

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