Neue Motorrad-Saison steht vor der Tür

Anwohner in Valbert fordern mehr Kontrollen im Kampf gegen den Krach

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Laute Motorräder stören auch die Anlieger der Landstraße 707 an der Nordhelle.

Meinerzhagen - Am Wochenende wehte ein Hauch von Frühling durch Meinerzhagen. Das milde Wetter lockte auch zahlreiche Motorradfahrer hinaus auf die Landstraßen im Ebbe. Für einige Valberter beginnt damit wieder eine Leidenszeit.

Krokusse blühen, das Thermometer zeigte Werte von 15 Grad Celsius. Die Gartenmöbel werden entstaubt, der Grill wird auf der Terrasse positioniert. Nur noch wenige Wochen, dann hält der Frühling endgültig Einzug. 

Was die meisten Meinerzhagener freut, lässt bei einigen Valbertern böse Vorahnungen aufkeimen. Denn: Die Motorradsaison steht bevor und damit eine Zeit, in der es mit der Winterruhe vorbei ist.

Aufheulende Motoren stören dann wieder die Ruhe, die das Leben im Ebbedorf so angenehm macht. Direkte Anwohner der Landstraße 707 können ein Lied davon singen. Gerade an Wochenenden mit Sonnenschein lässt es sich am besten in der Wohnung bei geschlossenen Fenstern leben. 

Ortsvorsteher hält nichts von Motorrad-Fahrverbot

Mit diesem Problem stehen die Valberter indes nicht allein da. In Baden-Württemberg, einer bei Bikern wegen der kurvigen Landstraßen ebenfalls sehr beliebten Gegend, haben sich jetzt 74 Städte und sieben Landkreise zusammengeschlossen. Sie fordern härtere Maßnahmen gegen Motorradlärm.

Der Valberter Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck kann das nachvollziehen. Zu Motorrädern, die durch Valbert Richtung Nordhelle fahren, hat er aber eine differenzierte Meinung. „Ein Motorrad-Fahrverbot für diese Strecke würde mich traurig machen. Die Straße muss offen bleiben“, fordert er.

Für Turck bedeutet das allerdings nicht, dass Biker einen Freischein haben, was ihr Fahrverhalten angeht. Auch er hält es für nicht zumutbar, wenn der Lärmpegel durch Zweiräder die Toleranzgrenze überschreitet. Die Konsequenz für ihn: „Der Kontrolldruck muss erhöht werden.“

Schallpegel macht Kummer: Schwarze Schafe erwischen

„Es ist schon so, dass der Motorradlärm an manchen Tagen bis hinunter ins Dorf schallt“, hat auch Turck erfahren. Das möchte er den Ebbedörflern natürlich ersparen. Statt rigoroser Verbote setzt der Ortsvorsteher allerdings eher auf die Polizei. 

Die, so Turck, müsse an der Nordhelle mehr Präsenz zeigen. Oft sind es technische Maßnahmen, mit denen ein hoher Schallpegel erzeugt wird. „Schwarze Schafe gibt es überall. Die zu erwischen, das muss Ziel sein“, sagt Turck.

Hochmotorisierte Sportwagen sorgen ebenfalls für Lärm

Inhaltlich kann sich Jörg Simon der letzten Aussage voll anschließen. Er ist Valberter, Vorstandsmitglied im Verein „Gemeinsam für Valbert“ und selbst Motorradfahrer. „Ich wohne etwa 40 Meter entfernt von der ,Einflugschneise’ für Motorradfahrer und kenne die Situation. Deswegen aber eine Streckensperrung vorzunehmen, halte ich für vollkommen falsch. Es müssten mehr Polizeikontrollen durchgeführt werden, um die wenigen schwarzen Schafe zu erwischen“, sagt Simon. 

Dabei sollte es auch darum gehen, nicht erlaubte technische Veränderungen an den Maschinen zu ahnden. Er habe außerdem festgestellt, dass auch Autos, besonders hochmotorisierte Sportwagen, für den Lärm mitverantwortlich seien. 

Sind stärkere Kontrollen der Königsweg? 

Dietmar Boronowski ist Pressesprecher der heimischen Kreispolizeibehörde. Er kennt die Forderungen nach verstärkter Polizeipräsenz an den bei Motorradfahrern beliebten Strecken. 

Dass die Beamten allerdings auch an der Nordhelle eine rund um die Uhr-Präsenz sicherstellen können, hält er aus personellen Gründen für unmöglich. Aber: „Wir werden dort wieder präsent sein“, verspricht er. 

Polizeiliche Strafen gehen einher mit Aufklärung

Im Einsatz ist dabei auch wieder das sogenannte „Provida-Motorrad“, dessen Fahrer dank seiner an Bord befindlichen Technik beispielsweise Geschwindigkeitsverstöße sofort feststellen und ahnden kann.

„Unsere Einsatzkräfte sind grundsätzlich sehr versiert und entsprechend geschult. Sie können auch technische Verstöße erkennen und ahnden“, weiß Boronowski. Dabei gehe man vonseiten der Polizei nach dem Prinzip der Repression und Prävention vor. Das bedeutet: Die Beamten verhängen Strafen und klären über die Gefahren auf.

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