Moschee am Siepener Weg bleibt auch nach dem 1. Mai geschlossen

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In der Moschee am Siepener Weg können heimische Muslime auch nach dem 1. Mai nicht beten.

Meinerzhagen – Sie dürften, aber sie verzichten freiwillig. In der Moschee am Siepener Weg könnte sich die islamische Gemeinde ab Freitag, 1. Mai, wieder zum Gebet treffen. Doch das Gotteshaus wird weiterhin leer bleiben. „Zu gefährlich“, sagt Vorstandsmitglied Osman Batgün.

Die Corona-Pandemie legt auch das religiöse Leben lahm, jedenfalls was gemeinsame Veranstaltungen der Gemeinde angeht. Besonders schmerzt das im Ramadan, dem Fastenmonat, der vom 23. April bis zum 23. Mai dauert. Doch das Virus macht keine Unterschiede, kennt keine Feiertage. Und so kamen Osman Batgün und seine Vorstandskollegen zu dem Ergebnis: „Wir werden erst einmal gar nichts an der aktuellen Schließung ändern und die Entwicklung genau im Blick behalten.“ Dass sich an dem Lockdown bis zum Ende des Ramadan etwas ändern wird, glaubt er auch nicht: „Ein Datum für die Wiedereröffnung der Moschee haben wir uns nicht gesetzt. Dass das allerdings schon in wenigen Wochen möglich sein wird, kann ich mir nicht vorstellen.“

Am vergangenen Wochenende traf sich der Vorstand des Meinerzhagener Moscheevereins zu einer Videokonferenz mit dem Landesverband der Ditib, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Das Ergebnis der Besprechung fasst Batgün so zusammen: „Alle waren sich einig, die Moschee geschlossen zu halten.“ Der Volmestädter hält allein die Umsetzung der strengen gesetzliche Auflagen für problematisch. „Und dann ist es ja auch so, dass wir den Gebetssaal ohne Schuhe betreten und in Reihen beten. Wir würden beim Beten Gesichts-Kontakt mit dem Boden bekommen – und das geht momentan überhaupt nicht. Also erschien es allen Beteiligten wesentlich sicherer, alles geschlossen zu halten.“ Das gilt übrigens nicht nur für den Gebetssaal, sondern beispielsweise auch für die Teestube. 

Für den Imam bedeutet der Lockdown laut Batgün, dass er weiter im „Home Office“ arbeitet: „Özkan Varli bietet die Kurse für Kinder jetzt ebenso online an wie Koranlesungen, sodass die Gemeinde am Computer zu Hause teilnehmen kann. Das wird in den nächsten Wochen auch so bleiben.“ Für die Beibehaltung des Lockdowns in der Moschee auch im Ramadan gibt es übrigens noch einen weiteren triftigen Grund, den Osman Batgün erläutert: „Das abendliche Fastenbrechen ist ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem viele Menschen zusammenkommen und gemeinsam essen. In der augenblicklichen Situation wäre das kaum zu machen, allein aus Abstandsgründen.“ 

Dass bald wieder bessere Zeiten anbrechen werden, darauf hoffen Batgün und seine Vorstandskollegen sehr. Die Vorbereitungen für die Rückkehr zur Normalität sind jedenfalls bereits getroffen: „Wir haben die Zeit ohne Besucher genutzt und eine Firma damit beauftragt, die Desinfektion der Räume in der Moschee vorzunehmen und ebenso eine umfassende Grundreinigung.“

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