Freibad an Oststraße: Montags „offen“ – das ist schwierig

Schwimmmeister Langemann hat viel zu tun. Heute mussten die Chlorgas-Flaschen gewechselt werden. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Paolino Barone von den Grünen/Bündnis 90 meinte es zweifellos gut, als er in der vergangenen Hauptausschuss-Sitzung wissen wollte:

„Warum hat das Freibad an der Oststraße montags geschlossen, auch wenn das Wetter gut ist?“ Neu ist diese Frage nicht, alljährlich beschäftigt sich die Verwaltung mit diesem Anliegen. Bürgermeister Erhard Pierlings brachte es in der Sitzung bei seiner Antwort auf den Punkt: „Die Arbeits- und Zeitplanung gibt das einfach nicht her.“ Wenn die Öffnungszeiten dem Wetter angepasst, also ständig wechseln würden, könnte das außerdem nicht kommuniziert werden, teilte er weiter mit.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn das Wasser im Bad bei Temperaturen um die 30 Grad verlockend glitzert – und kein einziger Schwimmer sich in die kühlen Fluten stürzen kann, weil die Anlage ausgerechnet am „Hitze-Montag“ geschlossen ist. Das bedauern auch die Schwimmmeister Armin und Sabine Langemann. Doch ihnen ist kaum eine sieben-Tage-Woche zuzumuten. Mindestens einen Tag brauchen auch sie, um sich zu erholen und „Privates“ erledigen zu können. Wochenenden scheiden dafür – zumindest im Sommer – aus, denn dann ist der größte Andrang im Bad zu erwarten. Außerdem gibt es arbeitsrechtliche Einschränkungen, Ruhezeiten sind vorgeschrieben.

Wenn andere bei schönem Wetter ihre Freizeit im Bad genießen, müssen die „Meister für Bäderbetriebe“ ständig wachsam sein. Und damit nicht genug: Die Wartung der komplexen Technik beispielsweise ist auch nicht mit „links“ zu schaffen. Arbeitsbeginn ist für zumindest einen der beiden Schwimmmeister oft schon um 5 Uhr morgens. „Heckenpflege, Rasenschnitt, Müllbeseitigung, das Austauschen von Abfallkörben“, beschreibt Armin Langemann, was an einem normalen Öffnungstag so alles neben der Aufsicht am Becken anfällt.

Und dann ist da auch noch die komplizierte Technik, die ständig gewartet werden muss. Erst heute bekam Langemann eine neue Lieferung Chlorgas, das zur Desinfektion des Wassers benötigt wird. Die Flaschen müssen ausgetauscht werden – dazu braucht es eine spezielle Ausbildung. Auch die imposante Filteranlage benötigt eine „pflegende Hand“. „Allein für deren Reinigung braucht eine Person bis zu zweieinhalb Stunden“, beschreibt der Meister für Bäderbetriebe den Aufwand, der betrieben werden muss, um einwandfreies Wasser zu garantieren.

Eines ist klar: Regelmäßige zusätzliche Öffnungszeiten ohne weiteres Personal – das ist nicht machbar. „Wenn wir an der Technik arbeiten, müssen schon zwei Kräfte anwesend sein, weil währenddessen oft auch der Badebetrieb aufrecht erhalten wird“, beschreibt Armin Langemann. Bei den dadurch anfallenden Wochenstunden gelangen die Schwimmmeister an die Grenze des Machbaren.

Doch immerhin: Wer montags ins Freibad gehen möchte, hat in Meinerzhagen dazu durchaus auch momentan Gelegenheit: Das Valberter Bad ist geöffnet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare