Mit modernster Technik gegen Falschparker

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Ein I-Phone gehört jetzt zur Ausstattung, die gegen Falschparker eingesetzt wird.

MEINERZHAGEN ▪ Die ersten positiven Anmerkungen von Passanten lauteten ungefähr so: „Das erleichtert ihnen aber sicher die Arbeit“. Negative Sprüche gab es aber auch schon: „Hat die Stadt wieder zuviel Geld?“ Seit August sind drei Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes mit einem I-Phone ausgestattet und rücken mit einer extra Anwendung („App“) den Parksündern in der Volmestadt zu Leibe.

Früher benötigten die Sachbearbeiterinnen im Einsatz dazu einen Block zur Erfassung, eine Digitalkamera, die bekannten Plastiktütchen mit dem Parkverbotszeichen und ein Handy. Heute reicht dazu das I-Phone und nur noch ein Benachrichtigungszettel, der hinter die Scheibenwischer geklemmt wird. Über die „App“ werden unter anderem Kennzeichen, Vergehen, Automarke, Farbe, die Uhrzeit oder sogar die Ventilstellung an den Reifen des Falschparkers gespeichert. Fotos können auch mit dem modernen Handy gemacht werden. Diese Informationen gehen sofort per Online-Verbindung ins Ordnungsamt und von dort aus zum Kraftfahrtbundesamt (KBA). Dann kommen die Informationen des Fahrzeughalters, sodass die Anhörungsbögen schnell verschickt werden können und schon nach drei bis vier Tagen im Briefkasten der Autobesitzer landen. Vorher dauerte das noch bis zu 14 Tage, da alle Fälle „von Hand“ bearbeitet werden mussten. Übertragungsfehler werden jetzt minimiert.

Damit freuen sich die städtischen Mitarbeiterinnen über eine große Arbeitserleichterung. „Das ist moderner, schneller und einfacher“, bringt es Sachbearbeiterin Anja Rosenau auf den Punkt. Die Ausreden der Falschparker sind aber trotzdem gleich geblieben. Gehwegparker argumentieren damit, Platz für den fließenden Verkehr lassen zu wollen, obwohl dann die Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen. Das ist den Mitarbeiterinnen vor allem auf Schulwegen ein Dorn im Auge. Andere waren „nur ganz kurz weg“, obwohl die Sachbearbeiterinnen das Auto bei ihren Touren schon länger an seinem Standort gesehen haben.

„Wir nehmen bei Kirmes und Winterwetter aber auch Rücksicht und verzichten auf die Knöllchen“, betonte Anja Rosenau. Nur bei Behindertenparkplätzen hört alle Rücksichtnahme auf. „Das ist einfach rücksichtslos“, sagte eine Kollegin von Rosenau.

Im MZ-Gespräch gaben die Mitarbeiterinnen kürzlich aber auch wertvolle Tipps. So muss die Parkscheibe, bei Parkplätzen die auf eine bestimmte Zeit begrenzt sind, immer auf den ersten Strich nach der Ankunftszeit gestellt werden. Das bedeutet: Die Autofahrer können – wenn sie etwa um 9.05 Uhr einparken – fast eine halbe Stunde länger dort stehen bleiben.

Als Schwerpunkte für falsches Parken machten die städtischen Angestellten in Meinerzhagen zuletzt die Otto-Fuchs-Straße und die Hauptstraße aus. „Es gibt sogar einige wenige die Knöllchen regelrecht sammeln“, wusste Anja Rosenau weiter zu berichten. ▪ ds

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