„Mittendrin“: Vorfreude auf das neue Quartier

Rolf Puschkarsky (links) und Hermann-Josef Lobner studieren die Baupläne. ▪

MEINERZHAGEN ▪ 220 Quadratmeter leere Räumlichkeiten warten darauf, möbliert zu werden. Und 65 ehrenamtliche Helfer um die beiden „Organisationschefs“ Hermann-Josef Lobner und Joachim Görlitz stehen für diese Aufgabe bereits in den Startlöchern.

Am 28. April wird es so weit sein, dann zieht das soziale Bürgerzentrum „Mittendrin“ um. Die vier Jahre alte Einrichtung wird an diesem Tag das provisorische Quartier an der Hauptstraße verlassen und in den Neubau einziehen, den die Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) am Prumbomweg errichtet.

Wenn die Handwerker ihre Arbeit vollendet haben, kann es losgehen. Küche, Kleiderkammer, Begegnungscafé und Büros müssen an der Hauptstraße ausgeräumt werden. „Eins zu eins“ wird die Einrichtung allerdings nicht mit an der Prumbomweg genommen. In dem Domizil soll beispielsweise eine neue Küche eingebaut werden „Dazu haben wir eine Anfrage an ein Möbelhaus gerichtet“, erläutert Rolf Puschkarsky, erster Vorsitzender des „Mittendrin“. Dass sich das Unternehmen, das in Darmche sein Zentrallager betreibt, spendabel zeigt, das hofft der Vorstand sehr.

Am Prumbomweg entstand in den vergangenen Monaten wie bereits mehrfach berichtet ein Neubau, in den die MBG 3,7 Millionen Euro investiert und in dem neben 22 Wohneinheiten auch drei „Gewerbeeinheiten“ Platz finden. „Seniorengerecht“ und „barrierefrei“, nach diesen Kriterien wird dort gebaut. Davon profitiert auch das dem Haupthaus angeschlossene „Mittendrin“, das für die Besucher durch einen eigenen Eingang erreichbar sein wird. Sämtliche Räume im Erdgeschoss sind auch für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren zu erreichen. Das ist wichtig, denn Puschkarsky und sein Mitarbeiterstab hoffen sehr, dass sich neben den zahlreichen Stammkunden auch am Prumbomweg viel „Laufkundschaft“ einfinden wird.

Attraktive Angebote werden die Besucher auch am Prumbomweg wieder vorfinden. „Am bewährten Gesamtkonzept wird sich nicht viel ändern“, erläutert Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lobner. Begegnungscafé, Kleiderkammer, zahlreiche soziale Beratungsangebote, Internetzugang und natürlich das zurzeit freitags angebotene Mittagessen zum unschlagbar günstigen Preis sollen weiter für die Kunden zur Verfügung stehen. Und auch die Öffnungszeiten möchte das Mittendrin-Team nicht antasten. „Wir haben ab Anfang Mai weiter montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet und freitags durchgehend von 9.30 bis 17.30 Uhr. Das ist möglich wegen der vielen ehrenamtlichen Helfer, sonst könnten wir das alles gar nicht leisten“, freut sich Rolf Puschkarsky, der aber nichts dagegen hätte, wenn sich noch mehr Volmestädter zur ehrenamtlichen Mitarbeit entschließen könnten.

Immerhin ist das „Mittendrin“ im Laufe der vier Jahre, die es bereits besteht, zu einem echten Erfolgsmodell geworden, das auch über die Stadtgrenzen hinaus Interesse geweckt hat. „In Kierspe und Halver ist unsere Idee aufgegriffen worden und auch Gruppen aus Lüdenscheid haben sich bereits bei uns umgesehen“, berichtet Rolf Puschkarsky.

„Zurück zu den Wurzeln“ heißt es für das „Mittendrin“ also Ende April, denn die ersten zwei Jahre war die soziale Einrichtung in dem Haus am Prumbomweg untergebracht, das dem MBG-Neubau weichen musste. Und obwohl in den neuen Räumen 30 Quadratmeter weniger zur Verfügung stehen als zuletzt an der Hauptstraße, wird die Unterbringung insgesamt künftig wesentlich komfortabler sein.

Bis es so weit ist, dass für die ersten Kunden aufgesperrt werden kann, ist aber noch viel Arbeit zu erledigen – alles natürlich ehrenamtlich. So müssen beispielsweise Regale in der Kleiderkammer angebracht werden, die das Unternehmen Leffers spendete. Und im Begegnungscafé, in der Küche, im Abstellraum auf dem Spitzboden und in den Büros sind noch etliche Arbeitsstunden zu leisten. „Dabei ist es sehr hilfreich, dass viele unserer Ehrenamtlichen eine handwerkliche Ausbildung haben“, ist Puschkarsky zuversichtlich, dass bis Mai alle Arbeiten erledigt sein werden.

Altbewährtes soll beibehalten werden, eine Neuerung planen die Mittendrin-Verantwortlichen aber doch: „Wir möchten, dass die Bewohner des Neubaus künftig zu uns kommen und alle unsere Angebote regelmäßig nutzen. Dazu werden dann auch Veranstaltungen gehören, die wir ausrichten möchten“, erläutert der Vorsitzende. Ob Musik oder Bingo – was dann auf dem Programm stehen soll, darüber gilt es noch zu beraten. Die Meinerzhagener dürfen gespannt sein.

Weil am neuen Standort auch Neuanschaffungen nötig sind, ist das „Mittendrin“ dringend auf Spenden angewiesen. Wer der Einrichtung helfen möchte, kann seinen Beitrag auf das Konto 71993 bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, BLZ 458 516 65, oder Volksbank im MK, Konto 4501272600, BLZ 447 615 34, einzahlen. ▪ beil

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