Flüchtlinge brauchen Hilfe – auch gegen Vorurteile

Auch der junge Iraker (rechts) und sein syrischer Freund sind regelmäßig zu Gast im sozialen Bürgerzentrum. Die Flüchtlinge erzählten Rolf Puschkarsky und Martina Bettinger vom „Mittendrin“, dass sie derzeit keinen Kontakt zu Einheimischen haben. - Foto: Beil

Meinerzhagen - Rolf Puschkarsky ist Vorsitzender des Sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin“. Und er sieht sich veranlasst, einer bedenklichen Entwicklung entgegenzutreten. Die Einrichtung am Prumbomweg wird regelmäßig von vielen Flüchtlingen besucht. Das scheint einige Menschen zu stören.

„In den letzten Wochen hat es immer wieder Äußerungen und Meinungen gegeben, die ich richtigstellen möchte. Aus unterschiedlichen Kreisen wurde geäußert, dass das Mittendrin nur noch für die Flüchtlinge da ist und sich hauptsächlich darauf konzentriert. Dies ist so nicht richtig“, legt Puschkarsky großen Wert auf die Feststellung, dass der Begriff „Bürgerzentrum“ wörtlich zu nehmen ist.

Manchmal schauten potenzielle Besucher des „Mittendrin“ durch die Scheibe am Eingang und drehen wieder um, wenn sie viele Flüchtlinge entdecken – das gibt Rolf Puschkarsky, der solche Beobachtungen gemacht hat, zu denken. Gespräche, Kontakt zu den Hilfesuchenden, das ist für den Vorsitzenden ein Mittel, Vorurteile abzubauen. „Natürlich haben wir durch den hohen Flüchtlingszustrom in den letzten Monaten vermehrt Besucher aus diesem Personenkreis zu verzeichnen. Die Abgabe von Kleidung und die Beratung durch das Diakonische Werk und Hermann-Josef Lobner sind sicherlich ein Indiz dafür, dass sich neue Menschen in Meinerzhagen befinden, die Hilfe und Unterstützung nötig haben. Darüber hinaus sind wir im Mittendrin nach wie vor für alle Menschen, die sich einladen lassen, da. Vom Beginn im Jahr 2008 bis heute sehen wir die Aufgabe, im Mittendrin eine Anlaufstelle für alle Menschen zu sein, die Hilfe benötigen und die sich im Begegnungscafé treffen möchten. Dies soll auch in Zukunft so bleiben und es bietet sich gerade im Mittendrin die Gelegenheit, zunächst fremde Menschen und ihre Lebensumstände kennen zu lernen“, stellt Puschkarsky unmissverständlich klar. Und dabei sei es völlig egal, wer zu Gast sei. „Wir sind wirklich für alle da, unabhängig aus welcher Bevölkerungsschicht sie kommen.“

„Die Flüchtlinge hängen doch nur an ihren Handys“ ist ein Vorwurf, der immer wieder erhoben werde. Auch dazu hat Rolf Puschkarsky eine klare Meinung, die er in einem offenen Brief formuliert: „Das mag für den einzelnen sogar zutreffen, ist aber zu kurz gesehen. Durch den freien W-Lan-Zugang haben diese Menschen die einzige Möglichkeit, sich mit ihren Angehörigen in Verbindung zu setzen. Die befinden sich zum Teil noch in den Herkunftsländern oder auf der Flucht. Das belastet natürlich sehr und die Flüchtlinge sind froh und dankbar, dass es bei uns die Infrastruktur zur Kommunikation gibt. Vielleicht lassen Sie sich einmal erklären, in welcher Situation sich die Flüchtlinge im Augenblick befinden und erfahren mehr über den momentanen Zustand“, appelliert er an Besucher und Mitarbeiter.

Wer für das Soziale Bürgerzentrum Mittendrin und den Arbeitskreis Flüchtlinge spenden möchte, kann das über folgende Kontoverbindungen tun: Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, Iban: DE28458516650000071993 oder Volksbank im Märkischen Kreis, Iban: DE86447615344501272600

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare