Langemann-Haus ist fester Bestandteil des städtischen Lebens in Meinerzhagen

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Johanna Mühlhoff (rechts/sitzend) bekam zu ihrem 90. Geburtstag Besuch. Der Kirchenchor, in dem sie früher selbst aktiv war, brachte ihr ein Ständchen.

Meinerzhagen - „Eine feste Burg ist unser Gott...“, textete Reformator Martin Luther um das Jahr 1529. Für Monika Besner, Leiterin des Wilhelm-Langemann-Seniorenheimes an der Mühlenbergstraße, haben diese wenigen Worte eine große Symbolkraft: „Eine feste Burg wollen auch wir in unserer Einrichtung sein – für alle im Haus und in der Bürgerschaft.“

Dass es für ein Seniorenheim nicht immer selbstverständlich ist, Teil des öffentlichen Lebens einer Stadt zu sein, liegt eigentlich in der Natur der Sache. Selten kommen Außenstehende ins Haus, die oft in ihrer Mobilität eingeschränkten Senioren nehmen kaum noch am öffentlichen Leben teil. Ein Vorurteil. Monika Besner und ihr Team bemühen sich nämlich darum, das Langemann-Haus zu einem ganz normalen Stück Meinerzhagen zu machen. „Immer wieder stelle ich fest, dass das gelingt. Wir haben viele Kontakte außerhalb unserer Mauern.

Ob Schützen, Braunsche Frauen, die Firma Fuchs mit ihrem ,Tag der Füchse’ oder, wie neulich, der Chor der Jesus-Christus-Kirche. Es gibt zahlreiche Verbindungen in die Stadt hinein“, freut sich Monika Besner.

Beispiel Kirchenchor: Eine Heimbewohnerin ist zurzeit die 90-jährige Johanna Mühlhoff. Die Ehefrau des inzwischen verstorbenen ehemaligen Superintendenten Karl Friedrich Mühlhoff bekam kürzlich, anlässlich ihres runden Geburtstages, Besuch von dem großen Chor, in dem sie früher selbst mitgesungen hat. „Da war die Freude groß.

Christliches Miteinander berührt

Im Chor singen einige ehrenamtliche Helferinnen, die bei uns im Haus aktiv sind. Und auch Bewohner gehörten dem Kirchenchor einst an“, erzählt Monika Besner. „Unser Chor ist da“, wurden die Gäste dann auch freudig willkommen geheißen. „Die Vernetzung, das christliche Miteinander zwischen Menschen aus der Stadt und denen im Langemann-Haus – das rührt mich immer wieder an“, schildert Monika Besner ihre Eindrücke und fügt nachdenklich hinzu: „Das ist eigentlich eine kleine Weihnachtsgeschichte. Dafür ist Christus Mensch geworden. In unserem Haus zu wohnen, mittendrin und anerkannt zu sein, das gibt Trost und Zuversicht“, ist die Heimleiterin überzeugt.

Für sie geht es im täglichen Zusammenleben in dem Seniorenheim um mehr als nur ein warmes Zuhause, Essen und Pflege. „Wir wollen ein großer Marktplatz sein. Das macht unser Haus stark“, ist Besner überzeugt.

Der Kreis schließt sich immer wieder

Und immer wieder schließt sich der Kreis an der Mühlenbergstraße: Superintendent Karl Friedrich Mühlhoff war bis zum Jahr 2004 Kuratoriumsvorsitzender im Langemann-Haus. Er verstarb als Bewohner der Einrichtung. Beispiel Schützenwesen: Viele Meinerzhagener, die früher aktiv gefeiert haben, leben inzwischen im Langemann-Haus. Dort bekommen sie jährlich Besuch von den nachfolgenden „Schützenfest-Generationen“, wenn Majestäten und Vorstand nach dem Fest zu ihrem traditionellen Besuch vorbeischauen.

Beispiel Braunsche Frauen: Trude Braun gründete die Gruppe einst und engagierte sich viele Jahre für die Bewohner – heute ist sie selbst Teil des Hauses, in dem sie nun wohnt. Und sie bekommt Besuch von ihren Braunschen Frauen – der nächsten Generation. Beispiel Otto Fuchs: Die Firma spendet regelmäßig für das Langemann-Haus und richtet dort jährlich den „Tag der Füchse“ aus. Die meisten Teilnehmer und Haus-Bewohner werden selbst irgendeine Verbindung zu dem heimischen Familienunternehmen haben.

„Drinnen“ und „draußen“ verwischen. Wer ist Besucher, wer Bewohner? Genau so soll es sein. Denn das Wilhelm-Langemann-Haus mitten in Meinerzhagen ist eine „feste Burg“ mit offenen Toren.

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