Unkraut jäten im Januar: Auch die Gärtner wundern sich

Im Innenhof des Rathauses blühen rote Rosen. Und in den Beeten mussten Mitarbeiter des Baubetriebshofes vor wenigen Tagen sogar Unkraut jäten. - Fotos: Beil

MEINERZHAGEN - Montag, 6. Januar 2014: In vielen Vorgärten blühen die Primeln, im Innenhof des Rathauses an der Bahnhofstraße reckt eine rote Rose ihre Blüten gen Himmel. Selbst erfahrene Gärtner vom Baubetriebshof der Stadt können sich an einen so milden Winter nicht erinnern.

Von Jürgen Beil

„In der vergangenen Woche waren wir noch unterwegs, um in den städtischen Rabatten Unkraut zu zupfen“, wundern sich auch die Experten der Stadt über das, was die Natur zurzeit zu bieten hat. Farbenpracht statt Frost – bei einem Gang durch die Innenstadt erfreuen zurzeit zum Beispiel Hornveilchen das Auge des Passanten. „Die haben wir im Herbst eingepflanzt, seitdem blühen sie“, stellen die Baubetriebshof- „Botaniker“ fest.

Die Natur ist momentan auf dem Stand von März, möglich machen das Temperaturen von bis zu zehn Grad und Regen. Sollte in den kommenden Wochen jedoch strenger und länger anhaltender Frost einsetzen, wäre es „ruckzuck“ vorbei mit der Herrlichkeit. „Momentan ist das alles noch kein Problem. Wenn dieses Wetter aber noch länger anhält und dann folgt ein strenger Winter, könnte es problematisch werden. Das würde man beispielsweise daran merken, dass die Kirschblüte viel geringer ausfallen würde“, wissen die Gärtner des Baubetriebshofes.

Reinhold Hinz aus Redlendorf ist Wetterbeobachter für den Deutschen Wetterdienst. Er hat die Temperaturen der vergangenen Jahre niedergeschrieben und archiviert. Auffallend dabei: Schon 2013 war es am 6. Januar vergleichsweise warm. 4,6 Grad Celsius betrug damals die minimale Lufttemperatur, 6,6 Grad der maximale Tageswert. Gestern maß Hinz als Minimalwert 2,8 Grad, das Temperatur-Maximum betrug zehn Grad. Ähnliche Temperaturen weisen die Statistik für das Jahr aus, in dem Orkan Kyrill wütete: 2007 war es am 6. Januar 8,4 Grad warm, der Minimalwert betrug 5,4 Grad.

Dass es in heimischen Breiten an einem 6. Januar auch ganz anders aussehen kann, belegt Reinhold Hinz mit den Werten für 2010: Minus fünf Grad Maximum und sogar minus elf Grad als Tiefsttemperatur stehen für diese Tag zu Buche. 2009 wurden diese Werte am selben Tag sogar noch unterboten: Minus 16,6 Grad betrug die tiefste Temperatur damals, minus 4,2 Grad der höchste.

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